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Ein Flohmarkt in Hessisch Sibirien


20121225-215536.jpg  Ich war in letzter Zeit oft in Nordhessen unterwegs. Dabei hab ich an einem Sonntag in Borken einen der seltsamsten und außergewöhnlichsten Flohmärkte entdeckt, der mir seit langer Zeit untergekommen ist. Das Gelände des Flohmarktes ist in ehemaligen Industrie-Hallen aus Backstein untergebracht, auch ein Sport-Museum und eine Disco mit dem Thema “China” beherbergen die Hallen. Draußen vor den Hallen liegt noch eine große Wiese mit vielen vielen Einzelständen voller chinesischer Plastikspielzeuge und Plastikpullover, in den Hauswänden befinden sich kryptenartige Einzelgeschäfte – die beinhalten die wertvollsten Funde.

Eine skurrile und einzigartige Mischung, die einen daran denken lässt, dass Nordhessen auch oft Hessisch Sibirien genannt wird. Auf diesem Markt weiß ich wirklich nicht: Bin ich jetzt in Wladiwostok, Peking oder in Borken? Halle reiht sich an Halle, mal mit roten Wänden und Mao-Plakat, mal Stände in hellem Neon-Licht. Sogar eine komplette Pagode ist aufgebaut. Russenkitsch, 70er Trödel, Porzellan auf den Tischen…

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Ich muss gestehen, es hat mir alles sehr gut gefallen. Ich hab unglaublich witzige Sachen gefunden und hätte viel mehr kaufen wollen, als ich mir tatsächlich gegönnt habe. Besonders bemerkenswert sind die Stände in den höhlenartigen Geschäften rund um die Halle.  Dort gibt es sehr hochwertige Antiquitäten, aber auch alte Spielgeräte, antike Möbel, bunte Römer-Gläser oder Heerscharen Porzellanhunde oder Eulen, Katzen und was sonst das Blogger-Herz begehrt. Ich hab mir natürlich eine Porzellaneule mit naturalistischen Glasaugen gekauft.

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In den Hallen finden sich auch merkwürdige und verwahrloste Nischen so vollgestopft mit verstaubtem Gerümpel, dass ich unwillkürlich an den Dachboden von Hogwarts denken mußte. Dennoch wird das Zeug hier verkauft. Alte Schiffsmodelle, Werbung aus den 50ern, Gesellschaftsspiele, für die in den 70ern Werbung gemacht wurde, kaputte Spiegel oder aufgeplatze Sofas. Es hätte mich nicht gewundert, dort tief aus den Trümmern das Bernsteinzimmer, den Gral oder zumindest die Bundeslade  zu ziehen. Man muss Zeit mitbringen, sich einlassen auf ein merkwürdiges Gewirr, das man eher im hippen Berlin vermuten würde. Ich kann allen Kasselen oder Frankfurtern nur raten, sich mal die Zeit für einen dieser Märkte zu nehmen, die jeden zweiten Sonntag stattfinden – es lohnt sich!

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25. Dezember 2012 · 8:58 nachmittags

Kurzausflug nach Kiel


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Wann kommt man als Frankfurter schon mal nach Kiel? Leider viel zu selten und so freute ich mich, als ich die Gelegenheit bekam, bei der Party von McWinkel zu seiner Wahl zum “Lieblingskieler” dabei zu sein. Ich kam so nicht nur in den Genuss eines Livekonzerts seiner Band “Büro am Stand“, sondern auch zu einem Tag am Meer.

Mein Hotel war nämlich genau an der Kieler Förde und so machte ich mich auf, eine Hafenrundfahrt zu erleben. Alles super, nur hatte die Besatzung zur Untermalung die Nordschiene der Volksmusik aufgelegt: Statt Almen und Berge besangen hier Fischerchöre die “Fidele Makrele”, die “Ostseewellen am Strand” und die Caprifischer”. Was soll, war schön.
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Dass im Norden der Sommer nur wärmeren Regen bringt, kann ich nicht bestätigen, ich hatte immer gutes Wetter, wenn es mich mal nach da oben verschlagen hat. So lagen hier kleine Dörfer wie Laboe am Strand, mit hunderten Booten davor und vielen bunten Standkörben. Traumhaft. Auf der Rundfahrt sieht man auch den Bau von U-Booten, die Gorch Fock und viele Leuchttürme -ich will unbedingt wieder hin!

Zum Abschluß noch einen Kaffee im “Blauen Engel”, einem Tipp von Herrn McWinkel, dann ging es zurück nach Hause. Essen kann man auch gut am Hafen, es gibt ein Vapiano mit Meerblick, das nicht überlaufen ist, so wie das in Frankfurt oder München.

In Hamburg hab ich am Hauptbahnhof kurz Pause gemacht, um den tollen Laden “Mutterland” zu besuchen und mir, inspiriert vom Norden, zwei Müslischalen mit Ankermotiv zu erwerben.

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4 Kommentare

1. Oktober 2012 · 9:17 nachmittags