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In der Küche bei Juan Amador


Ich bin manchmal so richtig dankbar, den Job zu haben, den ich habe – ansonsten käme ich kaum in den Himmel. Der Himmel ist in diesem Fall die Küche im 25 Stock des NEXT-Towers in Frankfurt und Gott ist nicht John Malkovitsch, sondern Juan Amador. Einem Koch-Kaliber wie diesem einmal beim Kochen über die Schulter blicken zu dürfen, ist kein kleiner Gefallen.

Und es ist eine Schau zu sehen, wie die fantastischen Kreationen aufgetürmt werden, die das Menue im Treehouse derzeit ausmachen. Interessanterweise werden die Köstlicheiten teilweise auf Campinkochern und simplen Kochplatten zubereitet, denn das Konzept des PopUp-Restaurants erlaubt natürlich keine gigantischen Kücheneinbauten. Natürlich gibt es zusätzlich exotische, aber unverzichtbare Geräte wie einen Sou-Vide-Kocher “Eigentlich nur ein sehr stylisher Tauchsieder” meine eine Köchin. In diesem Wasserbad werden eingeschweißt die Entenbrüste vom Hauptgang rosa und weich gegart, bevor sie mit einer Gewürzkruste überbacken serviert werden.Ich habe dazu nur Brot vermisst, die wunderbare Rotweinsauce aufzutunken (ein Faux-Pas, ich weiß, aber kann der Genuss von Essen ein Faux-Pas sein? Gut, den Teller ablecken mach ich nicht…)

Toll finde ich die Vorspeise, rohe Langostinos mit Apfelgelee und Speckkrusteln, Basilikum und tasmanischem Pfeffer. Das wird alles in eine kreisrunde Form gebracht, dazu quitschgrüne Apfeltupfen auf dem Tellerrand und überhäuft mit Apfelschaum. Da fehlt nur der Apfelwein… Hammer. Ebenso wie der Nachtisch, Safraneis mit Ananas und leicht warmem Creme Brulee-Schaum. Ich könnte mir das Menue super zu Weihnachten vorstellen, all die Gewürze, samtigen Texturen, all das zarte, wohlig-weiche Essen. Nur, dass ich das zu Hause niemals so hinbekäme.

Für 68 Euro ist das Ganze preiswert im besten Sinne – also sein Geld wert. Mehr Infos zur Reservierung etc hier

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Französische Finessen in Frankfurt


Nein, ein Geheimtipp ist das Maison du Pain (Schweizerstr 63, Sachsenhausen) bestimmt nicht, aber für alle Neufrankfurter oder Münchner Gäste möchte ich den Tipp doch in meinen Blog schreiben.  Der Kaffee ist fantastisch, das Brot frisch und lecker – das allein ist schon eine Rarität in Frankfurt. Denn mit einem verwöhnt einen diese stadt nicht: Gute Bäckereien. Hier hat schon die Kettenindustrie ganze Arbeit geleistet und in der Innenstadt hab ich noch keine Möglichkeit außer Manufaktum gefunden, gutes Brot zu kaufen, wie ich es in München an jeder Strassenecke finde. Wenn jemand gute Bäckereien rund ums Gallus kennt oder die Zeil kennt, mir unbedingt mitteilen, ich geb für Tipps auch gerne einen Äppler aus. (Oder falls das hier jemand von Pfister Brot liest: Bitte!! Macht!! Hier!! in Frankfurt!! einen Laden auf!!!)

Aber zurück zum Maison du Pain. Neben den Brotsorten gibt es auch Tartletts, Eclairs, Charlottes, Tartes, Brioches, Croissants, Macarons oder Petits Fours die auch eine Pariser Gourmetratte wie Remi glücklich werden liessen. Optisch und geschmacklich tadellos – sogar in so exotischen Varianten wie grüne Teecreme und Sesam. Einfach durchprobieren. Nicht zu süß, nicht zu cremig – aber doch ziemlich gehaltvoll. Nach einem Stück Torte bin ich zumindest pappsatt. Das ist fein so, denn günstig ist das Maison du Pain nicht, aber Qualität kostet eben.

Zum Frühstück sitzt man sehr nett in dem kleinen, rustikal eingerichteten Laden. Der Service ist freundlich, unaufdringlich, aber präsent. Es gibt auch eine Terrasse, die aber nichts für Sonnenanbeter ist, denn die Markise wird immer darübergespannt – leider. Das Publikum ist gemischt, Paare aus der Nachbarschaft, Banker im Hollisterfreizeitlook und viele Normalos. Am Wochenende kann es schon mal vorkommen, dass man auf einen Tisch warten muss – reservieren ist angesagt.

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Logenplätze über München


München ist eine Stadt, die wacht erst so richtig auf, wenn die Sonne scheint. Dann stehen überall Tische und Stühle auf der Strasse, es gibt an jeder Ecke ein Cafe – auch wenn das Kreisverwaltungsamt alles tut, den Gastronomen möglichst viele Steine in den Weg zu legen und das Feiern draußen so kompliziert wie möglich zu machen. Auch wird immer noch eine der besten Terrassen Münchens schmerzlich vermisst. Das Roma am Anfang der Maximilianstrasse war einmal der Dreh- und Angelpunkt der Bussi-Bussi-Szene und nichts kann diese Plattform der Eitelkeiten so richtig ersetzen. Weder die Terrasse vom H’ugo noch der Stenz-Catwalk auf der Leopoldstrasse…Das Wochenende soll ja schön werden, deswegen einige Tipps:

Es gibt eine Szene aus der Kultserie Kir Royal, die kennt jeder Münchner: Mario Adorf alias Generaldirektor Heinrich Haffenloher  entsteigt einem Hotelpool, um Klatschkolumnisten Baby Schimmerlos, der nichts über ihn schreiben will, total fertigzumachen. „Ich scheiß Dich so zu mit meinem Geld“. Wo der Klebermogul Haffenloher residiert, das sieht man auch – im Hotel Bayerischer Hof. Den Pool gibt es noch – nur mittlerweile hat er eine Renovierung durch Stararchitektin André Putnam hinter sich und – ganz wichtig – ist für alle zugänglich, nicht nur für die Haffenlohers dieser Welt. Er ist Teil des Blu Spas, dem wunderschönen Wellness-Bereich über den Dächern der Innenstadt. Im Sommer kann sich dort jeder massieren lassen und dann den ganzen Tag dort faulenzen, essen, trainieren, schwimmen oder einfach die Aussicht genießen. Das Glasdach über dem Pool kann aufgefahren werden, bei schönem Wetter ja sinnvoll. Abends ist Barbecue angesagt, von Mai bis September wird regelmäßig wird über den Dächern der Stadt gegrillt. Natürlich keine Wiesnhof-Brutzler, sondern Surf’n’ Turf vom Feinsten. Am besten reservieren, der Bayerische Hof ist beliebt, auch bei denen, die nicht in „Kleber machen“.

Günstiger, aber ganz in der Nähe, am Stachus hat der Karstadt eine Terrasse, die ein Geheimtipp sein muss, anders ist es nicht zu erklären, dass man dort auch Samstag Nachmittag an einem schönen Tag problemlos einen Platz im Freien findet. Die Freilustfläche gehört zum Selbstbedienungsrestaurant im obersten Stockwerk, da kann man sich erstmal die Tabletts mit Kuchen, Salaten, Pasta, Braten, chinesischen Wokgerichten auffüllen und dann nach draußen wandern. Vielleicht schreckt diese Wanderung auch viele ab, da beim all u can eat so mancher doch die Teller sehr kunstvoll bis zum Maximum befüllt – aber es lohnt sich,  der tolle Blick auf Justizpalast, Stachus, Lenbachbrunnen macht die Mühe mehr als wett.

Am anderen Ende der Fußgängerzone, nahe dem Marienplatz, hat ein anderes Nobelhotel eine Wahnsinnsterrasse zu bieten. Das Mandarin Oriental in der Nähe des Hofbräuhauses ist immer gut, wenn ein Durchreisender Star eine umwerfende Kulisse als Hintergrund für Fotoshoots braucht. Pierce Brosnan, Robbie Williams, sogar Prinz Charles – alle waren da. Und auch der normale Münchner kann sich dort breitmachen. Ab 1. Mai gibt es ein kleines, feines Restaurant auf der Terrasse, es gibt sommerliche Salate, Sandwichs, kalte Suppen und auch so einiges Warmes – aber wer da oben im Sommerlicht sitzt, braucht keine warmen Speisen. Jeden Tag ist dort von 12 bis 22 Uhr die Küche geöffnet, um 23 muss man wieder runter in die Niederungen, leider. Anders als beim Bayerischen Hof gibt es dort keinen Pool – jedenfalls keinen für die Allgemeinheit. Der Pool auf der Dachterrasse bleibt den Hotelgästen vorbehalten.

Wandert man weiter nach Osten, Richtung Haidhausen, liegt eine Terrasse schön mit Blick über deutsches Museum und Müllersches Volksbad – das Atlas.

Nachdem das 8 Seasons nicht mehr an der Maximilianstrasse residiert ist diese schöne Terrasse verschwunden, dafür hat – nicht ganz so zentral, dafür aber viel höher, die Skylounge ihr Pforten geöffnet. Abends ist dort nicht so viel Betrieb wie im 8 Seasons, nur einmal im Monat, am letzten Dienstag, ist dort Afterwork angesagt. Tagsüber ist das Cafe aber immer für die Öffentlichkeit geöffnet. Man muss halt am Empfang Bescheid sagen, dass man ins Cafe will, dann geht es weit nach oben. Die Brücke zwischen den Telekom-Towern am Leuchtenbergring ermöglicht den Blick über ganz München – oder sogar weiter, bis zu den Alpen. Der komplett verglaste Raum lebt allein von der Aussicht. Wenn das Wetter gut ist, kann man diesen Blick auch unter freiem Himmel mit Cocktails genießen – einmalig hoch gelegen in München – außer vielleicht, man stellt sich auf den Olympiaturm, aber da gibt es keine Getränke unter freiem Himmel…

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