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Spezl-Wirtschaft mit Würstl und Kraut


Wir in Deutschland machen es uns gerne einfach. Ängstlich werden neue Lösungen gemieden. In jedem Bereich. Im Fernsehen spielen deswegen gefühlte 5 Schauspieler rotierend in allen Fersehsendungen mit, es gibt fünf Moderatoren, wenn einer was zum Internet erzählen soll, lädt man Sascha Lobo ein und wenn es um Sex geht Charlotte Roche. Das Leben ist einfach in den Medien, nimm wen Bekanntes, da weißt Du, wen Du kriegst.

So scheinen auch die Weber zu denken. Das beweist die Kooperation von McDonald’s mit Alfons Schuhbeck, der neben Lafer, Lichter und Mälzer immer herhalten muss, wenns ums Kochen geht. Schuhbeck ist momentan sehr umtriebig (siehe letztes Blogpost) und deswegen auch nicht im Mindesten ein Garant für das, was er verkörpern soll. Exklusivität und Qualität.

Das sieht er naturgemäß anders und so erklärt er der w&v:  “Das Unternehmen und ich haben nicht nur denselben hohen Anspruch an Qualität – wir wollen auch einfach zeigen, wie gut wir zusammen zünftiges Hüttenflair in die McDonald’s Restaurants bringen können.“ Der Gourmet-Ritterschlag für den Werbepartner., säuselt w&v…. Nein, denn der Qualitätsanspruch von Alfons Schuhbeck scheint bei der Wahl seiner Werbepartner denkbar klein zu sein: Wer erinnert sich noch an das Escoffier-Disaster, das Foodwatch abstrafte? Schuhbeck ist ein großartiger Koch – wieso gibt er seinen guten Namen für fragliches Machwerk her? Muss er immer noch die Schulden abtragen, weil er in dubiose Finanzgeschäfte verwickelt war?

Natürlich hat diese Koop mit McDonalds der Hoeneß eingetütet, der Schuhbeck ist ja auch der Lieblingskoch des FC Bayern und weil eine Hand gerne die andere wäscht wird der Spezl natürlich eingeladen, wenn es gilt, den Hoeneß-Würstl-Burger unters Volk zu bringen.

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In der Küche bei Juan Amador


Ich bin manchmal so richtig dankbar, den Job zu haben, den ich habe – ansonsten käme ich kaum in den Himmel. Der Himmel ist in diesem Fall die Küche im 25 Stock des NEXT-Towers in Frankfurt und Gott ist nicht John Malkovitsch, sondern Juan Amador. Einem Koch-Kaliber wie diesem einmal beim Kochen über die Schulter blicken zu dürfen, ist kein kleiner Gefallen.

Und es ist eine Schau zu sehen, wie die fantastischen Kreationen aufgetürmt werden, die das Menue im Treehouse derzeit ausmachen. Interessanterweise werden die Köstlicheiten teilweise auf Campinkochern und simplen Kochplatten zubereitet, denn das Konzept des PopUp-Restaurants erlaubt natürlich keine gigantischen Kücheneinbauten. Natürlich gibt es zusätzlich exotische, aber unverzichtbare Geräte wie einen Sou-Vide-Kocher “Eigentlich nur ein sehr stylisher Tauchsieder” meine eine Köchin. In diesem Wasserbad werden eingeschweißt die Entenbrüste vom Hauptgang rosa und weich gegart, bevor sie mit einer Gewürzkruste überbacken serviert werden.Ich habe dazu nur Brot vermisst, die wunderbare Rotweinsauce aufzutunken (ein Faux-Pas, ich weiß, aber kann der Genuss von Essen ein Faux-Pas sein? Gut, den Teller ablecken mach ich nicht…)

Toll finde ich die Vorspeise, rohe Langostinos mit Apfelgelee und Speckkrusteln, Basilikum und tasmanischem Pfeffer. Das wird alles in eine kreisrunde Form gebracht, dazu quitschgrüne Apfeltupfen auf dem Tellerrand und überhäuft mit Apfelschaum. Da fehlt nur der Apfelwein… Hammer. Ebenso wie der Nachtisch, Safraneis mit Ananas und leicht warmem Creme Brulee-Schaum. Ich könnte mir das Menue super zu Weihnachten vorstellen, all die Gewürze, samtigen Texturen, all das zarte, wohlig-weiche Essen. Nur, dass ich das zu Hause niemals so hinbekäme.

Für 68 Euro ist das Ganze preiswert im besten Sinne – also sein Geld wert. Mehr Infos zur Reservierung etc hier

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Schmucklos von aussen, innen ein Juwel


Zugegeben, es braucht eine gewisse Überwindung, ins Rizwan Da Dhaba (Moselstrasse 8, 60329 FFM, geöffnert täglich 11-23 Uhr, keine Webseite )zu gehen. Aber man sollte es wagen, denn man wird mit gutem, authentischem pakistanischen Essen belohnt. Von außen kleben Bilder der Gerichte an der Schaufensterscheibe, drinnen hat der Laden den Charme einer Dönerbude, die Wände sind mit schlichten Bildern behängt, die Szenen aus dem Leben indischer Bauern zeigen. Die Gerichte werden in einem kleinen Buffet bereitgehalten und bei Bedarf portionsweise erwärmt. Jedes Essen kostet 5 Euro, dafür kann man sich auch kleinere Portionen verschiedener Gerichte zusammenstellen lassen. Das Essen wird entweder mit zwei Rotis, zwei Naan oder reis serviert. wobei die immer frisch gebackenen Naans sind ein echter Traum und sollten allen anderen Alternativen vorgezogen werden.

Die Gerichte selbst, Variationen vom Hühnercurry, Rinderfusscurry (nicht erschrecken, damit sind Beinscheiben gemeint), viele verschiedene vegetarische Spezialitäten wie Kichererbsen, diverse Linsen, Spinat mit Kartoffeln oder Auberinen und Okraschoten stammen aus der pakistanischen Küche und sind außerordentlich schmackhaft.

Die gemischten Teller sind wie kleine Thalis, dazu gibt es Joghurt-Minzsauce zum selber dazumischen, rohe Zwiebeln oder Chilli zum Nachwürzen. Alles ist gut und individuell gewürzt, nicht fettig, abwechslungsreich – extrem preiswert. Was mir daran so gefällt ist, dass man den Eindruck hat, in Indien Urlaub zu machen – udn zwar keinen Ressort-Luxus-Urlaub, sondern einen, bei dem das echte Leben dort kennenlernt. Kein schlechtes Gefühl für die Mittagspause.

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Auf der Jagd nach dem perfekten indischen Essen


Gut indisch zu Essen ist immer so eine Sache. Ich hab ja in München jahrelang Restaurantkritiken über asiatische Restaurants geschrieben und da entwickelt man im Laufe der Zeit doch so eine Art Expertise, jedenfalls was europäisch angehauchte Küche angeht. Über originales Essen masse ich mir kein Urteil an. Aber hierzulande muss mein indisches essen  würzig sein, also nicht nur scharf, sondern am Gaumen so einen ganzen Strauss an Aromen entfalten. Ich mag es, wenn die unterschiedlichen Gerichte wirklich unterschiedlich schmecken, nicht nur alles in fade Einheitsaucen mit viel Kurkuma getunkt – das passiert leider immer häufiger. Gruselige Kormas, die eigentlich nur aus gelb gefärbter Sahne bestehen – bäh. In München hab ich das Safran und das Swagat für mich als Toplocations ausgemacht. Das Essen dort ist hinreichend exotisch, ganz wunderbar würzig, samtig, sämig, aufregend und abwechslungsreich und sogar ein indischer Freund meinte, er hätte in Europa nur in London besser indisch gegessen als im Swagat. Das klingt zufriedenstellend.

Hier in Frankfurt habe ich (noch) keine Erfahrung mit Restaurants, aber mit den vielen Imbissen in Little Bollywood rund um den Hauptbahnhof. Und da gibt es einiges dazu zu erzählen. Ich fange heute mal mit  den Lahore Kebab Haus. an und stelle im Laufe der Zeit immer weitere vor. Die Besucher des Kebab Hauses bestehen fast ausschließlich aus Indern und Pakistanis, die dort Bollywoodfilme und exotische Sportarten wie Crickett kucken und dazu die Riesenportionen des Imbisses verzehren. Das spricht für den Laden. Angst vor Öl darf man hier nicht haben, das schwimmt reichlichst auf den Gerichten. Die Saucen könnten gerne ein bisserl würziger sein – und auch etwas weniger fett. Aber vermutlich gehört das so. Schmecken tut es hier aber, wenn auch nicht extrem außergewöhnlich. Ich finde das Tandoori Chicken empfehlenswert wie auch den Palak Paneer, also den Spinat mit indischem Käse, der hier besser (weil würziger) schmeckt als in den meisten Restaurants. Fazit: toll für den Mittagsimbiss, es gibt jeden Tag andere Spezialitäten zum Sonderpreis.

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