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Schräge Coverversionen – meine Sammelleidenschaft


HeinoIch habe ein ziemlich verrücktes Hobby: ich sammle schräge Coverversionen. Das mochte ich schon immer, Musik ist etwas wunderbares und wird noch viel wunderbarer, wenn man damit spielt. Es gibt Death Metal Versionen von Abba, Rockversionen von Disco-Klassikern wie “Stayin alive” und jede Menge Polkaversionen von Sex Bomb oder Bohemian Rhapsody. Wer Lust hat, sich mal in die Materie reinzuhören: Die Globay Kryner spielen Popklassiker als Version der Original Oberkrainer nach. Die Baseballs und Dick Brave verwandeln moderne Songs in den Rock’n'Roll der 50er Jahre, The King singt Nirwana im Elvis-Stil, die Popolskis machen polnische Polkas aus “Sex Bomb” oder Balladen aus “Cryin’ at the Discotheque”.  JBO mischt Rammstein mit Nicole,  Weird Al Jankovitch macht aus allem Polkanummern (Polka ist beliebt bei den Coverversionen). Otis Redding, Devo, Britney Spears und die Geilen aus Mallorca haben “Satisfaction” -Cover aufgenommen, die Version von Britney ist übrigens die schlimmste Coverversion, die ich besitze. Fürchterlich. Ich liebe es. Und bin damit nicht allein: ein Mann in München, Kalle Lahr, sammelt alle Versionen von LaPaloma, er hat über 2000 Stück, darunter sogar die Bahnhofsuhr von Ulan Bator, die das Lied spielt.

Und ein ziemlich durchgeknallter Konditor, mit dem ich meinen Geburtstag teile, teilt offenbar auch mein Hobby: Heino. Es war völlig klar, dass ich wirklich heiß war auf sein neues Album “Mit freundlichen Grüßen – das verbotene Album”, denn der Schlagerveteran covert dort moderne deutsche Hits von Rammstein bis Westernhagen. Das gelingt mal supergut, mal verheerend. Spaß macht es auf alle Fälle. Ich finde schon mal mutig, dass er das überhaupt startet. Was nicht stimmt: Er macht keine Volkmusik daraus, wie oft geschrieben wird. Nein. Ein Volksmusiksänger singt Rammstein. Es bleibt Rammstein und wird nicht mit Blaskapelle gespielt. Seltsam unlustig ist das Westernhagen-Cover “willenlos”. Das kommt so zackig daher, diese Willenlosigkeit nimmt man Heino nicht ab. Wirklich lustig ist “Junge” von den Ärzten, denn die doppelte Brechung nimmt dem Lied den einen Witz und gibt ihm einen anderen. Jetzt singt wirklich der spießige Vater selbst. Haus am See ist unschön mit zu viel rollendem Rrrrrrrrrrrrrrrrrr. Aber MFG von den Fanta4 hat was. Da wird die Kombination aus Schlageropa und Rap interessant, die Interpretation erinnert mich an die 70er mit “großen Samstagabendshows”, als Moderatoren Entertainer waren, die ihre Moderation gesungen haben. So klingt das.  Rammstein gewinnt mit Heino- wie so oft, wenn sich ein Sänger den Liedern der Band annimmt – und wird besser als das Original. Rammstein ist eine Band, deren Liveauftritte kaum zu toppen sind, die jedoch auf CD irgendwas Künstlich-peinliches haben in meinen Ohren. Und ich finde “Sonne” mit Heino ein wahnsinnig gelungenes Cover. Heinos Platte war für mich ein absoluter Pflichtkauf zum Erweitern meiner Sammlung und ich habe viel Spaß damit!

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Ein Flohmarkt in Hessisch Sibirien


20121225-215536.jpg  Ich war in letzter Zeit oft in Nordhessen unterwegs. Dabei hab ich an einem Sonntag in Borken einen der seltsamsten und außergewöhnlichsten Flohmärkte entdeckt, der mir seit langer Zeit untergekommen ist. Das Gelände des Flohmarktes ist in ehemaligen Industrie-Hallen aus Backstein untergebracht, auch ein Sport-Museum und eine Disco mit dem Thema “China” beherbergen die Hallen. Draußen vor den Hallen liegt noch eine große Wiese mit vielen vielen Einzelständen voller chinesischer Plastikspielzeuge und Plastikpullover, in den Hauswänden befinden sich kryptenartige Einzelgeschäfte – die beinhalten die wertvollsten Funde.

Eine skurrile und einzigartige Mischung, die einen daran denken lässt, dass Nordhessen auch oft Hessisch Sibirien genannt wird. Auf diesem Markt weiß ich wirklich nicht: Bin ich jetzt in Wladiwostok, Peking oder in Borken? Halle reiht sich an Halle, mal mit roten Wänden und Mao-Plakat, mal Stände in hellem Neon-Licht. Sogar eine komplette Pagode ist aufgebaut. Russenkitsch, 70er Trödel, Porzellan auf den Tischen…

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Ich muss gestehen, es hat mir alles sehr gut gefallen. Ich hab unglaublich witzige Sachen gefunden und hätte viel mehr kaufen wollen, als ich mir tatsächlich gegönnt habe. Besonders bemerkenswert sind die Stände in den höhlenartigen Geschäften rund um die Halle.  Dort gibt es sehr hochwertige Antiquitäten, aber auch alte Spielgeräte, antike Möbel, bunte Römer-Gläser oder Heerscharen Porzellanhunde oder Eulen, Katzen und was sonst das Blogger-Herz begehrt. Ich hab mir natürlich eine Porzellaneule mit naturalistischen Glasaugen gekauft.

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In den Hallen finden sich auch merkwürdige und verwahrloste Nischen so vollgestopft mit verstaubtem Gerümpel, dass ich unwillkürlich an den Dachboden von Hogwarts denken mußte. Dennoch wird das Zeug hier verkauft. Alte Schiffsmodelle, Werbung aus den 50ern, Gesellschaftsspiele, für die in den 70ern Werbung gemacht wurde, kaputte Spiegel oder aufgeplatze Sofas. Es hätte mich nicht gewundert, dort tief aus den Trümmern das Bernsteinzimmer, den Gral oder zumindest die Bundeslade  zu ziehen. Man muss Zeit mitbringen, sich einlassen auf ein merkwürdiges Gewirr, das man eher im hippen Berlin vermuten würde. Ich kann allen Kasselen oder Frankfurtern nur raten, sich mal die Zeit für einen dieser Märkte zu nehmen, die jeden zweiten Sonntag stattfinden – es lohnt sich!

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25. Dezember 2012 · 8:58 nachmittags

Dinner im Wolkenkratzer


Wow, jetzt bin ich wirklich gespannt!  Heute eröffnet das weltweit erste PopUp Restaurant in einem Wolkenkratzer! Und zwar im Next Tower neben dem Jumeira Hotel in meiner neuen Heimat Frankfurt! Aber die Eröffnung organisieren gute Freunde aus München, das Team vom Ereignisbüro!

Das PopUp Restaurant von Kofler während der Berliner Fashion Week war schon superschön – und ein toller Mix an Leuten. Umso gespannter bin ich, auch mal die Frankfurter Incrowd kennenzulernen. wie gesagt, meine neue Heimat…

Eine ausführliche Kritik gibt es morgen, heute stell ich erst mal die Presse-Ankündigung rein.

Das erste Pop-Up Restaurant weltweit in einem Wolkenkratzer. 2011 ist PRET A DINER nun nicht nur eine Food Kollektion, sondern als Pop-Up Dining Experience auch offen für Jedermann. Sie feiert exklusiv die Arbeit von nicht nur einem, sondern mehreren individuellen Sterneköchen.
Nur für kurze Zeit in Frankfurt: 08. September bis 15. Oktober 2011 – während der IAA und der Frankfurter Buchmesse. Hochklassige Sterneköche, wie Juan Amador oder Matthias Schmidt nehmen mit auf eine aufregende kulinarische Reise in einem einmaligen Umfeld. PRET A DINER Erfinder KP Kofler entführt nun auch seine Heimat Frankfurt in seine kreative, innovative und genussreiche PRET A DINER Pop-Up Welt.

Initiator
Klaus Peter Kofler
CEO Kofler & Kompanie

Location
NEXTOWER
Thurn-und-Taxis-Platz 6
60313 Frankfurt am Main
(Parkmöglichkeiten im Parkhaus MyZeil/PalaisQuartier, Große Eschenheimer Straße 10-14)

The Elements
130 Plätze im Restaurant (24. Stock)
100 Plätze an der PRET A DINER featuring Roomers Bar (25. Stock)
90 Plätze auf der Dachterrasse(25. Stock)
200qm Art Space (24. Stock)
300qm Eventfläche (25. Stock)

The Chefs
Juan Amador, 3 Michelin Sterne, Amesa, Mannheim
Matthias Schmidt, 1 Michelin Stern, Villa Merton, Frankfurt
“Ollysan“ Oliver Lange, 14 Punkte Gault Millau, „Kokoro by Ollysan“, München
Nuno Mendes, 2010 ‘The Bravery’ Award, „The Loft Project“, London

The Interior
Nora von Nordenskjöld/NOVONO, Interior Design, http://www.novono.com
in Zusammenarbeit mit Designer Michael Müller, http://www.stilbruch-united-designers.de
Ausstattung und Equipment von Peter Lübbert Berlin und ProfiMiet

Art Concept
Steve Lazarides, The Lazarides Galleries
Olivia Steele, Creative Director

The Creative Bunch
Designstudio THE BORSELLINOS, Art Direction
Daniel Tobias Etzel, Senior Author

The Main Partner
Land Rover Deutschland

Öffnungszeiten RESTAURANT:
08. – 19. September: abends
(nach Absprache für separate Veranstaltung/Gruppen auch mittags geöffnet)
1. Seating: 19.00 Uhr (07.00 p.m.)
2. Seating: 21.00 Uhr (09.00.p.m.)

20. September – 15. Oktober
MO-FR: mittags und abends bzw. SA/SO: nur abends
(SA/SO: nach Absprache für separate Veranstaltung/Gruppen auch mittags geöffnet)
mittags: 12.00 – 14.30 Uhr (12.00 a.m. – 02.30 p.m.)
abends: 1. Seating: 19.00 Uhr (07.00 p.m.) / 2. Seating: 21.00 Uhr (09.00 p.m.)

Öffnungszeiten BAR:
Täglich ab 18.30 Uhr (06.30 p.m.)

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Fuck the Backmischung


Das alte Cafe Kubitschek in der Nähe des Westfriedhofs hat Kultstatus: In originaler 50er Jahre Ausstattung isst man dort kalten Hund und Bienenstich. Das mögen nicht nur die Teddies und Swingfans, sondern die gesamte Umgebung. Nun gibt es ein Kubitschek auch näher in der Stadtmitte, in der Gollierstr. 14. Unter dem schönen Motto „Fuck the Backmischung“ werden im kleinen, stylisch eingerichteten Cafe allerfeinste Torten serviert. Supersaftige Sachertorte, feine Blechkuchen wie Donauwellen oder Rhabarberstreusel, alles schmeckt unglaublich gut, wie hausgemacht – weil eben Fertigbackmischungen dort nicht ins Rohr kommen. Für besondere Anlässe hält das Kubitschek 2 noch ganz besondere Torten bereit, in Zusammenarbeit mit Münchner Designern und Künstlern: da gibt es die Wildschütztorte mit Geweih und Bayerisch Creme oder die Beuys-Torte als goldener Kegel. Zuckersüße Hochzeitstorten gibt es natürlich auch. Wer sich hier tortal berufen fühlt, kann sich ja mal melden, bestimmt hat Tortenguru Armin Stegbauer, der beide Cafes betreibt, noch Raum für kreative Ideen. Bis 22 Uhr gibt’s die Torten für Zuckerholics, in der Früh kann gefrühstückt werden, sogar mit salzigen Sandwiches (leider ohne Geweih), dazu Tegernseer Bier, das sich vielleicht auch mit der Wildschütztorte verträgt.

Die Geschichte der Beuystorte ist übrigens folgende: der gute Joseph war Hobbykoch und als solcher kreiierte er eine Torte zur Hochzeit einer Verwandten. Innen Buttercreme (was sonst bei Beuys?) und außen Kunst. Armin Stegbauer hat von der Nachlassverwalterin das Rezept bekommen udn wer nun seine Hochzeit oder ein Jubiläum mit einem Fettkegel zieren will, kann die Torte beim Kubitschek bestellen. http://www.cafe-kubitscheck.de/

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