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Label of Love – Frieden zum Umhängen


Label of Love find ich toll: Das Label verbindet die Symbole von Judentum, Christentum und Islam zu einer Einheit. Ein tolles Signal in dieser Zeit. Was es bislang nur als Schmuck in Gold oder Silber gab, gibt es auch als Tuch – mal was anderes als ein Pala…: Mit dem Symbolwurden Halstücher in verschiedensten Farben und Motiven aus Seide oder Baumwolle kreiert. Das Ergebnis: Das Markenzeichen mit den Symbolen der drei Weltreligionen (Christentum, Judentum und Islam) bildet geometrische Muster, die Blumen lassen die Tücher verspielter aussehen. So wird mit dem Tuch von LABEL OF LOVE jeder Look zu einem Hingucker!

Viel Liebe steckt im Design genauso wie hinter der Marke: LABEL OF LOVE symbolisiert mit dem 3er-Zeichen den Glauben an Respekt, Liebe, Frieden und Gemeinschaft. Die Marke steht ebenso für Rebellion gegen veraltete Dogmen und Regeln. Es ist eine Marke für die neue Generation im 21. Jahrhundert, die Menschen mit unterschiedlichen Religionen, Nationalitäten oder Hautfarben nicht verachtet, sondern mit ihnen tolerant und respektvoll umgeht.

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Der deutsche Konsument – ein Jammer


Dieser Preis ist ein Armutszeugnis für den deutschen Verbraucher: Textildiscounter KIK wurde bei einer Befragung von 49.000 Konsumenten zum “Händler des Jahres 2011″ gewählt. Und zwar in der Kategorie “Herren-und Damenmode”.

“Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy, das rund 49.000 Verbraucher zu 24 Handelssegmenten und jeweils neun Einkaufsaspekten befragt hat. Der Textil-Discounter punktete vor allem in den Bereichen Preisniveau und Preis-/Leistungsverhältnis. Die Marktforscher von Q&A hatten neun Einkaufsaspekte abgefragt: Sortiment, Kundenfreundlichkeit/Personal, Preis-Leistungsverhältnis, Service, Angebote, Preisniveau, Atmosphäre, Innovation sowie Fachkundigkeit des Personals.” heißt es in der Pressemitteilung von KIK.

Das zeigt mal wieder, was der deutsche Verbraucher will. Qualität? Egal. Schlechte Arbeitsbedingungen? Egal. Modische Eleganz? Egal. Nachhaltigkeit? Egal. Beratung, Ambiente, Orginalität…egal, egal, egal…Hauptsache billig. Ich könnte schier durchdrehen – ich finde es entsetzlich, dass bei Kleidung sowie Lebensmitteln, zwei Themen, die uns jeden Tag direkt treffen, Qualität nicht zu zählen scheint. Wie kann es sein, dass viele Menschen hierzulande zwar ein Auto fahren, das weit über ihre Verhältnisse geht, dass sie Elektronik vom Allerfeinsten erwerben, aber da, wo es ums tägliche Wohlbefinden geht, da wird dann gespart. Ist es so schwer, darüber nachzudenken, was man mit diesem Kaufverhalten anrichtet? Wieso verkommen unsere Verbraucher zu teigigen GeizistGeil-Konsumenten, die ihre Fleischwurst-Wampen in die KIK-Leggings zwängen? Was läuft hier falsch?

Ja, ich weiß, ich rede mich leicht, ich kann es mir leisten, woanders zu kaufen. Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Aber ich bezweifle, dass all die 49.000 befragten Hartz IV-Empfänger waren.

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Bangladesh unterdrückt Textilgewerkschaften


Ich stelle eine Mail von CCC (Clean Clothes Campaign) hier in meinen Blog.

Ich stelle eine Mail von CCC (Clean Clothes) in meinen Blog, denn ich denke, es ist wichtig, sich nicht nur über Kik aufzuregen, sondern an dem Thema dranzubleiben. Derzeit befinden sich Indien, China und Bangladesh in einem wüsten Preiskampf – mit welchen Mindestlöhnen kann man die Konkurrenzländer unterbieten, damit westliche Investoren ihr Zeug hier produzieren lassen und nicht beim Nachbarn? Da kommt es natürlich ein bisserl ungelegen, dass die Arbeiter nicht gerne verhungern wollen, obwohl sie täglich 10 Stunden und mehr in ihren Sweatshops sitzen.

Einschüchterungen gegen das Zentrum für Arbeitersolidarität in Bangladesch

Da s Zentrum für Arbeitersolidarität in Bangladesch (Bangladesh Centre for Worker Solidarity – BCWS) ist Opfer zunehmender Schikanen und Einschüchterungen seitens der Regierung geworden. Die anerkannte Arbeitsrechtsorganisation hatte ihre Registrierung verloren, ihr Eigentum wurde konfisziert und ihre Konten eingefroren. Ihre MitarbeiterInnen wurden massiv bedroht. Die Direktorin Kalpona Akter und ihr Stellvertreter Babul Akhter sind Mitte August verhaftet worden und befinden sich weiterhin in Haft. BCWS wird vorgeworfen für die schweren Unruhen in der Bekleidungsindustrie verantwortlich zu sein.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fürchtet um die Sicherheit der Angestellten des bangladeschischen Zentrums für Arbeitersolidarität.

Unterstützen Sie die Eilaktion und schreiben Sie Protest-Mails an die bangladeschischen Behörden: www.inkota.de/protestmail

Hintergrund ist die unzureichende Erhöhung des Mindestlohns auf lediglich 3000 Taka (ca. 32 EUR), welcher jedoch nicht die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt, da dieser nicht annähernd für die Deckung der Grundbedürfnisse ausreicht. Die ArbeiterInnen führen deshalb ihre Straßenproteste weiter. Gegen Hunderte von ArbeiterInnen sowie mehrere ArbeitsrechtlerInnen wurden in der Zwischenzeit Haftbefehle erlassen.

Mehr Informationen unter www.inkota.de/bcws


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Verdammt, wo bekomme ich fair gehandelte Kleidung her?


Ich habe ein Problem. Kik kann ich nicht boykottieren, weil ich da noch nie was gekauft habe. So richtig gut gefällt mit die Mode von Hess Natur nicht, auch meine Begeisterung für Kuyishi und Armed Angels hält sich in Grenzen. Vor allem, weil diese Firmen davon auszugehen scheinen, dass nur sehr dünne Teenies fair gehandelte Jeans und T-Shirts kaufen wollen. Und bei anderen Firmen? Gut, es gibt Trigema, die damit werben, in Deutschland zu produzieren, so wie American Apparel in den USA herstellt. Doch der Gründer von American Apparel ist durch angebliche sexuelle Belästigung seiner Mitarbeiterinnen ins Gerede gekommen, auch nicht dass, was ich unter “fair” verstehe. Das Augsburger Label Manomama ist schon mal ein toller Ansatz, aber noch nicht schrankfüllend.

Bei allen anderen Marken bin ich schon am Ende mit meiner Weisheit, ich weiß nicht, ob ich den Preis nur für das teuere Label und Markenimage zahle, oder ob die Firmen tatsächlich einen Teil des Gewinns in eine faire Behandlung ihrer Arbeiter in der zweiten und dritten Welt fliessen lassen. So richtig glauben kann ich das nicht. Denn gibt es eine Firma, die nicht in Sweatshops produzieren lässt? Soweit ich weiß – nein. Mit Ausnahme von Hermès, die sich zugute halten, alles in Frankreich produzieren zu lassen, tappe ich auch bei Glamour-Labels im Dunkel.

Und das läßt mich sehr misstrauisch werden. Denn wäre nicht eine Fair Trade Certification auch bei Nobelmarken ein echter Bonus? Würden sich nicht gerade die betuchten Käuferinnen freuen, wenn sie ihre Mode mit gutem Gewissen tragen können und sagen: “Ja, das kostet was, das Zeug, dafür stirbt wegen mir keine Näherin an Hunger.”

Deswegen bringt es auich nix, Kik allein zu boykottieren. Denn so gut wie jeder Laden, der die heimischen Fußgängerzonen ziert, hängt genauso drin wie der Textildiscount. Nur, das die geradezu offen damit umgehen, weil die auch zusätzlich ihre Angestellten hierzulande misshandeln und so dass Elend sichtbar machen, dass man sonst so gut in Bangladesch verdrängt hat. Sklaven sitzen in China, in Indien, arbeiten auf den Baumwollfeldern – nur damit unsere Kleider möglichst billig werden. Sklaven produzieren unser Essen, Kinder sterben für unsere Schokolade an den Pestiziden der Plantagen – wollen wir wirklich so einen Planeten?

Was wir brauchen, ist erstmal eine Bestandsaufnahme – wer läßt wo produzieren, was zahlen die Unternehmen und was würde es den Kunden kosten, damit die Näherinnen, die Baumwollernter bis hin zur Verkäuferin fair bezahlt werden würden, so dass allen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird? Ich könnte wetten, mehr als ein, zwei Euro pro T-Shirt mehr würde das nicht kosten. Ist uns fremde Sklavenarbeit so egal, dass wir nicht einen Euro erübrigen können, das zu verhindern? Eine Organisation, die seit Jahren die Missstände anprangert, ist Clean Clothes. Ich bitte euch alle ganz herzlich, lasst Kik nicht allein dafür bluten. Dieser Drecksladen ist nur die Spitze des Eisbergs. Machen wir alle gemeinsam Druck auf den Handel, damit sie so billig nicht mehr durchkommen.  Ich bin überzeugt, dass wir alle gemeinsam etwas ändern können.

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