Archiv der Kategorie: Social Media

Leistungsshitrecht


bell2Darf man sich positive Wahlwerbung mit sinnlosen und schädlichen Gesetzen erkaufen? Offensichtlich in Deutschland kein Problem, denn das Leistungsschutzrecht ist ein echt sweetes Geschenk an die Verlage von Burda bis Springer, die sich dafür bestimmt nicht lumpen lassen und Merkels samt ihren Brüderles echt Topzeugnisse ausstellen wird, um die Wiederwahl ihrer Wohltäter zu sichern. Ob dadurch eingegriffen wird in die Meinungsvielfalt, weil wir Blogger uns unabwägbaren juristischen Problemen gegenübersehen, wenn wir Artikel verlinken und weil die Bürger Informationen nicht mehr so einfach im Netz finden – egal.

Für alle, die nicht so genau wissen, was das Leistungsschutzrecht beinhaltet, hier ein ganz kurzer Abriß: die Verlage sind der Meinung, dass Google und andere Suchmaschinen dadurch Geld verdienen, indem die Texte ihrer Onlinemedien dort auf Googlenews inklusive kleiner Zitate verlinkt werden. Von diesem Kuchen wollen sie ein Stück ab. Völlig widersinnig, wie die Piratenpartei anprangert. Ansonsten darf Google die Links nicht mehr zeigen. Auch andere Medien online, Blogs, andere Nachrichtenseiten, dürfen keine Zitate mehr bringen – das würde sonst sehr teuer. Von 250 Euro pro Link ist die Rede. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Taxifahrer Geld dafür bezahlen müßte, wenn er jemanden ins Bordell fährt. Google wird sich nicht erpressen lassen und einfach nicht mehr verlinken – oder eben nur noch zu den Verlagen, die wissen, das sie mehr nutzen aus der Googlesuche ziehen als andersherum. Burda, Springer bleiben draußen – wie unbequem das für die User ist, ob sich die Werbetreibenden auf den Seiten freuen, wenn die Visits einbrechen – alles egal – weil die Verlage kein Geld verdienen mit Journalismus. Sondern – gnihihi – mit Verlinkungen. Mit Verlinkungen auf Shops (viele davon gehören den Verlegern selbst) mit Verlinkungen auf Werbung und Gewinnspiele und Partnerseiten. Weniger Visits, auch weniger Besucher auf dem ganzen Tineff. Da sollten sich einige Herren wirklich gut überlegen, ob sie nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

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Ein #aufschrei auf Twitter


Zum Hashtag  #aufschrei heute ein paar Gedanken von mir. Jede Frau kennt die Situationen, in denen sie sich ärgert, eine Frau zu sein. Sie fühlt sich unwohl allein im Parkhaus,  auf dem Nachhauseweg, sie denkt drüber nach, was sie anzieht, damit sie nicht zu aufreizend daherkommt, sie kann nicht so problemlos herumreisen wie ein Mann das kann, weil in vielen Teilen der Welt eine Frau allein Freiwild ist.

In meinem Beruf – vor allem als Redakteurin früher – habe ich als Frau oft gute Miene zu einem ziemlich bösen Spiel gemacht. Sexistische Sprüche ertragen, selbst sexistisch Männern gegenüber geworden, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Ich hab erlebt, dass Frauen aufs Äußere reduziert werden und eigentlich nur dann akzeptiert sind, wenn sie in Männeraugen genehm sind.  Wie unfassbar abwertend über Frauen „Bei dem Kleid kann man ja nur mit deinen Titten sprechen“ gesprochen wurde – und wie viele Frauen das auch noch richtig toll finden. Karrieren wie die von Verona Pooth sind darauf aufgebaut, ein wandelnder Herrenwitz zu sein. Fürchterlich.

Das wurde auch bei Firmen aus dem TK-Bereich, bei denen ich arbeitete, nicht besser. Nicht so, dass es justiziabel war, aber der Sexismus war omnipräsent. Offen und peinlich auf der CeBIT: Männer, die auf der Messe die Messehostessen abgrabschen, Bodypainting organisieren „damit Mann mal geile Weiber am Stand hat“. Unterschwellig und umso fieser: Frauen bekamen die schlechteren Posten, wurden rausgehalten aus den Zirkeln, wo es interessant wurde, wurden bei ihrer gemeinsamen  Beschwerde über ein rosa Frauentelefon abgebügelt mit „Frauen wollen das so, die haben sonst Angst vor Technik.“ Ach ja? Naja…

Ich bin sehr dafür, dagegen laut aufzuschreien. Und nicht nur auf Twitter.

Wo ich allerdings ein Problem sehe, weil dieses Feld weit und kompliziert ist, ist Sexismus und Beziehungen. Weil es da keine klare Regel gibt. Ein attraktiver Mann kommt mit einer platten Anmache vielleicht ans Ziel, ein weniger gut aussehender wird als Belästiger empfunden. Aber beide haben die Chance zu einem Versuch verdient, sie können ja nicht wissen, was der Frau gefällt und was nicht. Weiteres Insistieren ist natürlich unangenehm und muss unterlassen werden. Weil: Nein heißt nicht ja. Nie und in keinem Stadium. Aber ist nicht eh schon das Verhältnis der Geschlechter zueinander ein Schwieriges? Müssen wir mit der Verteufelung harmloser Komplimente das Feld weiter verminen? Ich finde, es bedarf weiterer Überlegungen und viel mehr Fingerspitzengefühl, nicht alles über einen Kamm zu scheren. Und man sollte bei Flirtversuchen sehr vorsichtig mit dem Wort Sexismus sein. Können wir Frauen immer unterscheiden, ob das Verhalten oder eben nur der Typ nervig ist? Das müssen wir bedenken, denn flirten als Sexismus zu bezeichnen ist falsch. Das wertet zum einen die Beschwerden über wirklichen Sexismus ab und macht es zum anderen schwerer, sich unbefangen kennenzulernen. Und das möchte ich mir gerne erhalten.

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Kurzausflug nach Kiel


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Wann kommt man als Frankfurter schon mal nach Kiel? Leider viel zu selten und so freute ich mich, als ich die Gelegenheit bekam, bei der Party von McWinkel zu seiner Wahl zum “Lieblingskieler” dabei zu sein. Ich kam so nicht nur in den Genuss eines Livekonzerts seiner Band “Büro am Stand“, sondern auch zu einem Tag am Meer.

Mein Hotel war nämlich genau an der Kieler Förde und so machte ich mich auf, eine Hafenrundfahrt zu erleben. Alles super, nur hatte die Besatzung zur Untermalung die Nordschiene der Volksmusik aufgelegt: Statt Almen und Berge besangen hier Fischerchöre die “Fidele Makrele”, die “Ostseewellen am Strand” und die Caprifischer”. Was soll, war schön.
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Dass im Norden der Sommer nur wärmeren Regen bringt, kann ich nicht bestätigen, ich hatte immer gutes Wetter, wenn es mich mal nach da oben verschlagen hat. So lagen hier kleine Dörfer wie Laboe am Strand, mit hunderten Booten davor und vielen bunten Standkörben. Traumhaft. Auf der Rundfahrt sieht man auch den Bau von U-Booten, die Gorch Fock und viele Leuchttürme -ich will unbedingt wieder hin!

Zum Abschluß noch einen Kaffee im “Blauen Engel”, einem Tipp von Herrn McWinkel, dann ging es zurück nach Hause. Essen kann man auch gut am Hafen, es gibt ein Vapiano mit Meerblick, das nicht überlaufen ist, so wie das in Frankfurt oder München.

In Hamburg hab ich am Hauptbahnhof kurz Pause gemacht, um den tollen Laden “Mutterland” zu besuchen und mir, inspiriert vom Norden, zwei Müslischalen mit Ankermotiv zu erwerben.

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1. Oktober 2012 · 9:17 nachmittags

Radio killed the Musicstar


Wenn es ums Urheberrecht geht, geht es auch immer um die sinkenden Gewinne der Musikindustrie. Ja, es kann sein, dass durch Downloads der eine oder andere Euro nicht in den Taschen von Konzernen wie Universal, EMI, Sony BMG landet. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, warum diese Industrie nicht mehr so blüht wie es mal der Fall war. Wahr ist vielmehr, dass die Musikkonzerne seit Anfang der 90er lieber auf Gewinnmaximierung setzten denn auf wirkliche Kunstförderung, die sich die Produzenten so gerne auf die Fahne schreiben.

Der Anfang vom “Ende” war nämlich das sogenannte Formatradio. „Format“ bedeutet, dass Radiosender seit Einführung des Privatradios im großen Maßstab darauf setzen mussten, Werbung zu verkaufen. Und die wird dann sehr gut verkauft, wenn die Zuhörer nicht umschalten. Amerikanische Studien hatten ergeben, dass Leute bei einem relativ gleichförmigen, ihnen schon gut bekannten Klangteppich ohne Irritationen als Hintergrundgeräusch weniger leicht umschalten. Ein Computer errechnet dann diesen Einheitsbrei und den spielt der Moderator nur noch ab, nix mehr mit selbst aussuchen. (deswegen spielen Radiosender von Gruppen wie Queen fast nur Another One bites the Dust, weil dieses Stück vom Stil und Rhythmus besser zu den modernen Stücken passt). Statt einem Musik-enthusiastischen DJ gab es nun Computeralgorhytmen, die die Musikauswahl berechneten, um das Radio so langweilig und damit als Hintergrundgeräusch so angenehm wie möglich zu machen. So entstand der allseits verhasste Dudelfunk, der nur wenige Newcomer pro Woche zulässt. Und nicht nur das: es werden keine ganzen Alben mehr gespielt, sondern ausschließlich ausgewählte Hitsingles der Künstler.

Die Musikindustrie war somit ihrer damals größten Werbeplattform beraubt. Sie reagierte prompt (wir schreiben Mitte bis Ende der 90er): Weniger Experimente, mehr Geld in aufwändige Musikvideos als Promotion stecken, statt aufwändig produzierte Alben lieber Schnellschüsse mit zwei, drei Hitsingles und dem Rest Füllmaterial. Nachwuchsförderung? Ein Künstler, dessen Album nach der 2. Singleauskopplung noch kein Hit war, wurde wieder rausgeschmissen. Und man begann, Formatradio-gerechte Gruppen & Stars in größerem Maßstab zu planen und zu erschaffen. Boygroups, Girlgroups, berechenbare Castingkandidaten waren das zombiegleiche Ergebnis.

Pro Platte nur ein, zwei drei Hits, das fiel sogar dem Massenpublikum auf – die schnellen Schrottalben verkauften sich nicht so gut wie ehedem aufwändig produzierte Konzeptalben. Doch statt an dieser Schraube zu drehen, was riskant und teuer gewesen wäre, hatten die Firmen eine bessere Idee: Mitte der 90er entstanden die Sampler im großen Stil (Kuschelrock, Best of 95); damals wurden übrigens sie als Untergang der Musikindustrie gewertet.

Als das Internet mit seinen Verbreitungsmöglichkeiten und Vermarktungskanälen zu greifen begann, waren die Musikgiganten denkbar schlecht aufgestellt: relativ wenig Nachwuchsbands, wenig gut produzierte Alben. Außerdem konnten sich die Labels Sony, BMG Ariola, EMI und Universal nicht auf eine gemeinsame Vermarktungsplattform geschweige denn ein gemeinsames Preismodell einigen. So gab es nie die eine große Plattform, weil jeder maximal viel vom Kuchen wollte. Am liebsten jeder ein eigenes Kodierungsformat für die mp3s und nur der Verkauf des eigenen Backkatalogs.

Aber das Internet war auch erstmal relativ egal, außer es als Buhmann zu nutzen, konnte keiner damit so richtig was anfangen. Man wurstelte vor sich hin, gab ja noch MTV. Und erst als dieser Ast auch noch weggebrochen war und Apple mit iTunes Riesengewinne machte, entdeckte die Musikwelt mit voller Wucht, dass vermutlich Milliarden nicht in ihre Tasche wandern. Der einzig Schuldige war schnell gefunden: Raubmordkopierer. Doch das Kopieren der Musik ist nur die logische Konsequenz aus 20 Jahren kurzsichtiger Firmenpolitik, die immer den schnellen Euro vor die Produktion von Qualität gesetzt hat. Die GEMA tut ein Übriges, dass der Geldteufel immer nur wieder auf den gleichen Haufen scheißt und wieder bleibt sowas wie Nachwuchsförderung auf der Strecke. Die jetztigen großen Acts wie Justin Bieber, Adele, etc sind übrigens aus dem Netz gefischte Youtube-Stars, die sich selbst promotet haben, bevor es die Firmen taten.

Derzeit sucht man sein Heil übrigens in Liveauftritten – promotete früher ein Künstler sein Album über eine Tournee, ist es nun genau umgekehrt – es werden Alben produziert, um wieder touren zu können. Dass bei den Konzerten die Besucher auch lieber die alten, bekannten Stücke hören wollen, schließt den Kreis zum Dudelfunk.

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Der Mythos vom Umsonstnetz


Ganz ehrlich, wo kauft der Mensch lieber ein: in einem Laden, der schick ausgestattet ist, freundlich und hell, wo man auf einen Blick findet, was man will, die beste Auswahl hat, alles ist frisch, neu und unbeschädigt. Oder in einem muffigen Store, wo ein paar ranzige Ladenhüter einer einzigen Marke herumliegen, die auch noch ans Regal gekettet und völlig überteuert sind. Hm? Ja genau, in dem ersten Laden.

Und, liebe Rechtinhaber, dieser Laden ist der, der im Internet illegal ist. Wieso? Ja, das würden wir gerne von Euch wissen, wir Konsumenten. Wie kann das sein, dass man in der rechtlichen Grau-bis Schwarzzone alles bekommt, wonach das Herz begehrt, es leicht bekommt, ohne großes Brimborium. Wo hingegen im legalen Shop die Ware – so überhaupt vorhanden – so richtig mühselig zu suchen ist, zu entsperren etc.

Ich verrate euch ein Geheimnis: Wir würden lieber legal was kaufen im Netz. Jawohl. Wir möchten nicht, dass Künstler, die wir mögen, nichts verdienen. Glaubt mir, das ist so. Aber was wir auch richtig gerne haben, ist Bequemlichkeit. Ich bin sicher, die Kunden entscheiden sich immer fürs Beste, weil bequemste Angebot im Netz. Das macht Amazon und Apple so erfolgreich. Aber auch da gibt es Hindernisse. Das, was wir uns kaufen, gehört uns gar nicht so richtig, sondern kann nur auf bestimmten Geräten abgespielt werden. Und, wir müssen bei jeder gekauften DVD einen Monolog über uns ergehen lassen, wir wären Verbrecher. Wohlgemerkt, der Monolog und die Werbung (Vorschauen und Trailer genannt) kommen nur dann, wenn wir was kaufen!

Baut ein Portal, das wirklich frische Ware anbietet, kommt, gebt euch einen Ruck, es geht nicht mehr, mit us Serien 10 Monate später auf den deutschen Markt zu kommen, und tut euch zusammen, das Angebot nur einer Firma allein reicht nicht. Auch wenn dann mal die Konkurrenz erworben wird, beim nächsten mal seid ihr wieder dran, versprochen.

Und das letzte, ganz wichtige Element zum Erfolg: seid nicht so gierig. Eine CD oder DVD ohne Rohling, ohne Hülle und ohne Booklet, ohne Extras und alles, ohne ohne Vertrieb und Geschäftsmiete muss billiger sein als die reale Version. Wesentlich.

Denkt drüber nach – auch Kim Schmitz hatte Erfolg mit seinem Geschäftsmodell. All das Geld hätte euch gehören können. Wir hätten euch geliebt dafür – und ihr hättet vermutlich noch viel, viel mehr verdient als Kim Schmitz. Weil: wir möchten gerne legal kaufen. Hand aufs Herz.

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Ich glaub es hackt – was für eine Kampagne!!!


So, jetzt hab ich lang nix mehr geschrieben, wie es immer bei mir ist, wenn es im Leben drunter und drüber geht… Aber mich regt gerade diese Aktion des Handelsblatts dermassen auf, dass ich was loswerden muss. Ich stehe nämlich auf beiden Seiten, bin Kreative und zugleich bin ich Piratin.

Will ich, dass die Kreativen von Luft und Liebe leben? Nein!

Will ich , dass alles, alles im Internet umsonst zu bekommen ist? Auch nein.

Ich will, dass Leute für ihre Arbeit anständig entlohnt werden. Nur, woran liegt das eigentlich, dass es vielen Kreativen derzeit nicht gut geht? Die Antwort der 100 Köpfe im Handelsblatt ist klar: an der bösen Umsonst-Kultur im Internet, wo alles geraubt und gestohlen wird, was andere mühevoll erschaffen haben. Hmmm. Stimmt das so? Ich sage nein.Wo wird denen denn was gestohlen?

Klar, die Verleger ärgern sich, dass sie ihr Zeug im Internet umsonst anbieten müssen. Was aber daran liegt, dass das, was sie da produzieren, niemandem einen Cent wert ist. Und warum? Weil es liebloses, mit Werbung, Popups und Bannern versauter Mist ist, heruntergetipselt von unterbezahlten Praktikanten, schlecht recheriert und meist aus amerikanischen Blogs zusammengeklaut. Jawohl, GEKLAUT. Warum soll ich bei xy online drei Tage später etwas lesen wollen, was Perez Hilton oder gofugyourself drei Tage früher und dazu noch besser geschrieben präsentieren? Denn wer hat je erlebt, dass Artikel geklaut werden, welcher Blogger, welcher Pirat hat sich je den teuren, ach so wertvollen Content angeeignet, den die Online-Ausgaben der Zeitungen verbreiten? Hab ich noch nie gesehen.

Freie Redakteure und Fotografen werden oft mit einem Hungerlohn abgespeist, bei Konzerten nimmt man nicht mehr die Aufnahmen eines Fotografen vor Ort, der einen besonderen Moment des tatsächlichen Konzerts einfängt, sondern nimmt den kostenlosen Promoshot des Veranstalters als Aufmacherbild – Kosten senken, Kosten senken. In den Redaktionen werden die teuren Redakteure entlassen und durch Sogutwiemsonstkräfte ersetzt, billig muss alles sein, billig und dankbar müssen die Jungjournalisten sein, dass sie überhaupt für das Blatt schreiben dürfen.

Toprecherchierte Artikel findet man heutzutage in Blogs, wo auch Guttenberg und Konsorten aufgedeckt wurden, wo heute Meinung und Politik gemacht wird. Diese Blogs verdienen Geld, weil das Publikum lesen will, was da produziert wird. Das Internet ist der Tod der Kreativität? Dass ihr es wagt, mit euren in die Jahre gekommenen Blättern von Kreativität zu reden. Habt ihr euch mal umgekuckt, was da im Internet an wirklicher Kreativität geboten wird? Und nochwas: Die Leute machen das freiwillig, umsonst – um sich und der Welt eine Freude zu machen. Und werden, wenn sie richtig gut sind, trotzdem Millionäre, wie Simon Tofield, der Erfinder von Simon’s Cat. Oder ein Mister Tutorial. Oder, oder, oder…

Klar, die Musikindustrie ist die einzige Industrie, die wirklich einen Grund hat, sauer zu sein aufs Internet, das muss ich einräumen. Ansonsten? Das Dilemma ist hausgemacht – und auch da zu lösen. Bietet etwas, was so geil ist, dass ihr es nicht verschenken müßt. Alles andere könnt ihr gepflegt vergessen.

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Warum ich gerne Pirat(in) bin


Es heißt ja, wenn man in einen neue Stadt zieht, sollte man am besten einem Verein beitreten. Das habe ich gemacht. Ich bin Pirat geworden. Oder Piratin, vielleicht sollte ich da tatsächlich ein bisserl mehr drauf achten. Es hat sich so ergeben, denn einige der ersten Menschen, die ich Frankfurt so kennengelernt habe, waren Piraten. Auf einem Twitter-Stammtisch namens Schnitzelffm habe ich meine erste “Heimat” gefunden. Darunter viele ITler, Programmierer, Social Media Experten, etc etc…Nicht so ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ich als Social Media Berater enorm viel mit dem Netz zu tun habe. Die Leute waren spannend, nett, sehr kreativ – und dachten weit über den Tellerrand ihres Frankfurter Schnitzels hinaus. Das hat mir gefallen. Seit August bin ich nun Mitglied, noch vor der Berlinwahl.

Für mich bedeutet Pirat sein mehr eine Geisteshaltung denn eine wirklich 1000% politische Haltung. So sehe ich die Piraten nämlich: als Sammelbecken vieler kreativer Köpfe und Querdenker, als ein Konglomerat geballter Kreativität. Die Piraten sind keineswegs alles durchgehend Digital Natives. Klar, es wird keinen Piraten geben, der keinen Internetanschluss daheim hat oder der nicht gerne im Netz unterwegs wäre. Aber sie arbeiten bei Banken und bei Google. Bei Werbefirmen, Pharmaunternehmen, der evangelischen Kirche oder sogar bei der Gazprom. Sie sind Frührenter oder Studenten, Arbeitslose oder Manager, haben eigene Firmen oder sind angestellt. Alles Piraten. Jung und alt, männlich und doch ein ganzer Haufen Frauen. Was allen gemeinsam ist, ist Neugier und die Weigerung, sich mit hergebrachten Lösungen abzufinden. Es sind Leute, die davon überzeugt sind, dass die neuen Probleme und Anforderungen, die unsere Gesellschaft stellt, neue Lösungen und Antworten brauchen. Und dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, sie zu finden. Und ich habe selten so viele wunderbar schlaue Leute erlebt.

Das hab ich auf der OM11 bestätigt bekommen – ganz klar, ich hatte gefunden was ich gesucht hatte. So hab ich in Frankfurt nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch bei den Piraten! Und Freunde obendrein. Mir gefällt es, dass man auch sofort mitarbeiten kann, als PRler war ich hochwillkommen – da hätte ich bei der CSU Frauenunion aber noch lange Apfelkuchen bei den Kreistreffen backen müssen…(schließlich hab ich keinen Reichsfreiherrntitel vorzuweisen).

Natürlich geht es mir auch ums Netz, denn auch da bin ich daheim. Ich hab, wie so viele, immer mehr Vertrauen in die derzeitige Politik verloren – vor allem, weil ich mitbekam, das die derzeitigen Parteien keine Idee haben, wie sie mit den neuen Technologien, mit den neuen Möglichkeiten des Netzes umgehen sollten. Da wurde nur dumpf gemunkelt von Gefahren und Verboten, von Sperren und Kontrollen.

Statt seinen Bürgern zu zeigen, wie man das Netz nutzen kann, als Informationsquelle, als Möglichkeit des Austausches, der Hilfe, des Verbraucherschutzes, als Möglichkeit mit Firmen, Institutionen und – jawohl, Politikern in nahe, direkte Verbindung zu treten, wurde hier nur gewarnt, eingeschüchtert, verboten, gesperrt. Es ist das größte Demokratietool in unserer Gesellschaft. Und wird doch nur behandelt wie ein Hort des Bösen. Da haben Wiesbadener Politiker Angst vor Wählerfragen, die Innenminister wollen Daten vorab speichern und ihre Bürger mal eben unter Generalverdacht stellen. Dei Gema wendet die Massstäbe des analogen Rundfunks auf das Netz an… Das geht so nicht. Da kamen mir die Piraten gerade recht, genau für diese Dinge einzustehen. Wir sind gekommen um zu bleiben, gewöhnt euch an uns…

Auch wenn noch viel schief läuft, es gibt einige Spinner, Verschwörungstheoretiker oder Trolle in den Parteireihen. Es gibt immer wieder peinliche Ausfälle, die sich professionellere Parteien nicht leisten würden. Mich stört, dass viele Egoisten ihre eigenen Befindlichkeiten über alles andere stellen… Und postgender ist auch woanders. Aber das gehört wohl zu den Anfangsproblemen dazu…ich bin gerne Pirat.

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Frauenfeindlich oder Postgender? – Männermodel wirbt für BH


Klar, deutlicher kann man den Punkt nicht rüberbringen:  der BH zaubert zwei Körbchengrößen mehr hin, auch dort, wo vorher nix war. Eine holländische Unterwäsche-Marke namens HEMA hat Andrej Peijic verpflichtet. Wer das ist? Eine Art Transenmodel, das sowohl für Männer als auch Damenkollektionen läuft. Eigentlich eine coole Neuinterpretation von Geschlechterrollen, nicht Mann, nicht Frau – oder aber beides und beides sogar besonders toll.

Aber es gibt da doch so einen Punkt, der mich stört. Denn der schöne Andrej ist eigentlich die Frau 2.0, die sich Modemacher immer wünschen. Androgyn, ohne Busen, ohne Hüften, ohne Cellulitis. Perfekt geeigneter Kleiderständer. Nur eben keine Frau. Postgener und frauenfeindlich zugleich, weil eben kaum eine Frau so aussehen kann, wenn sie sich nicht völlig gegen ihre Natur wehrt und sich auf  die Knochen runterhungert. Deswegen wird aus der augenzwinkernden, ach so toleranten Wahl des Models ein sehr intoleranter Akt gegen die Frauenfigur.

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Einfach instinktlos: Guttenberg als Internetberater


Ich habe nix gegen Guttenberg. Ich fand sein behaarliches Leugnen albern, ich fand seine fehlende Einsicht für einen Politiker unangebracht, aber ich fand auch die Hetze gegen ihn übertrieben. Damals. Jetzt frage ich mich wirklich, wie instinktlos die derzeitige politische Klasse agiert. Denn jetzt wird Guttenberg mal so locker-flockig als Berater der EU hinzugezogen. Nicht bei einem seiner Kernthemen, nein. Es geht um Internetfreiheit.

Die EU steht in der Kritik, Guttenberg steht in der Kritik, wäre es da nicht besser, sensibler,  eine Politik zu präsentieren, die allein deswegen vernünftig ist, weil sie ausgewiesene Spezialisten als Berater einstellt?

Das Bild, das dieses Beratung zeichnet, ist fatal. Es scheint wurst zu sein, ob einer ein Spezialist auf einem Gebiet ist, es scheint wichtiger zu sein, einem Spezl einen Posten zuzuschanzen. Niemand will Heilige auf Politikerposten, aber es wäre schön, wenn man als Berater jemanden einstellt, der sich mit der Sache auskennt. Dann wäre mir auch der Ruf egal. Aber Guttenberg ist über die Freiheit des Internet gestolpert, er hat gehetzt gegen die, die ihm dort seine Fehler nachgewiesen haben. Klar, so gesehen kennt er sich nun aus…  Aber soll der, der hier diese Freiheit des Netzes verteufelt, nun anderen Ländern erklären, wie das funktioniert mit dem freien Netz? Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.

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Mein Weihnachtswunsch: Saubere Schokolade unterm Christbaum


Auf  der ARD etc sind viele Berichte gekommen, es berichtete Greenpeace darüber, aber geändert hat sich leider noch nichts: es gibt sichere Belege, dass die Schokolade, die wir alle so gerne essen, von Kindersklaven an der Elfenbeinküste geerntet wird, die unter unwürdigsten Bedingungen arbeiten müssen. Diese Kinder werden von Banden in den Nachbarländern entführt und auf den Plantagen gequält, ausgebeutet und mit Pastiziden verseucht. Die meisten sterben an den Folgen dieser Behandlung. Und alles für billigen Kakao. Unsere Weihnachtsmänner…Ein Produkt, das so hergestellt wird, möchte ich nicht essen. Schon gar nicht an Weihnachten.

Ich würde mir wünschen, dass die vielen Möglichkeiten des Netzes auch verstärkt dazu genutzt werden, die Ansprüche von uns Verbrauchern stärker durchzusetzen. Foodwatch bietet gute Vorlagen, aber das allein reicht nicht, ich will mich nicht drauf verlassen, dass immer nur die anderen für bessere Produkte kämpfen. Ich hab mittlerweile an alle großen Schokoladen-Hersteller geschrieben. Es gibt welche, die mir versichern, diese Art Schoklade kommt für sie nicht ins Produkt. Die Berichte von der Elfenbeinküste sagen was anderes – solange ich da nicht sicher sein kann, verlasse ich mich lieber aufs Fairtrade-Siegel…

Man soll den Unternehmen klar sagen, wenn einem ein Produkt “stinkt”, warum es einem stinkt und dass man es deswegen beim nächsten Einkauf links liegenläßt. Wenn das erstmal ein paar Tausend Verbraucher machen – da ist schnell was dran geändert. Wir haben alle Macht, wir sollten sie nutzen.

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