Archiv der Kategorie: Frankfurt

Mihoko – der etwas andere Pfannkuchen


mihokoAsiaten werden jetzt müde gähnen, wenn ich Mihoko als eine Neuigkeit anpreise. Dort sind diese wabenartigen Pfannkuchen schon ein alter Hut. Hier in Frankfurt sind sie neu und ich bin schwer begeistert. Es ist eine Art Pfannkuchenteig, der in einer speziellen Form, die eine wabenartige Struktur ergibt, gebacken werden. Der Teig wird individuell mit süßen Sachen wie Schokolade, Grüntee-Pulver oder schwarzem Sesam angereichert, pikant wird es mit Käse oder Chilli im Teig. Geht auch, ich hab es bislang noch nicht probiert. Die Waben werden zusätzlich gefüllt mit allem, was man sich nur vorstellen kann. Speck, Olivenstücke oder Chillis bei pikanten Pfannkuchen, Schokostücke, Marshmallows, Obst oder Nüsse in süßen Pfannkuchen. Oder die bubbles aus dem Bubbletea werden in den Teig eingebacken – das ist aber selbst mir zu schräg.  Mit Schoko- oder Karamellsauce wird das Ganze abgerundet. Macht supersatt und schmeckt wunderbar. Knusprig trifft saftig, fluffig trifft süß.

In Japan gibt es die Pfannkuchen mit Tintenfisch gefüllt an Strassenständen zu kaufen. Die Holländermihoko2 haben die Mihokos schon vor langer Zeit entdeckt und sie zu ihren Poffertjes abgewandelt, bei denen es keinen zusammenhängenden Pfannkuchen mehr gibt, aber das Prinzip ist ähnlich.

Geben tut es die Kunstwerke bei Micha Bubbletea, einem Laden in der Münchnerstrasse im Bahnhofsviertel, den ich Foodies echt ans Herz legen möchte. Alle neuen Essenstrends findet man dort ein bißchen früher als irgendwo sonst. Ich habe damals Bubbletea dort entdeckt, lange bevor er komentenhaft durch die Trenddecke geschossen ist. Reisende, die am Hauptbahnhof ein bißchen Zeit totschlagen müssen – in 5 Gehminuten sind sie da und es schmeckt origineller als beim Goldenen Bogen :)

Nachtrag: Die Filiale in der Münchner Strasse gibt es leider nicht mehr, Mihokos bekommt man nun in der Filiale in der Zeilgalerie – ich weine.

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Jesus liebt mich – nicht genug


Was hätte das für ein cooler Film werden können “Jesus liebt mich” von und mit Florian David Fitz. Der Mann gibt wirklich einen ziemlich überzegenden Jesus ab, das mal vorweg.  Die Idee, dass Jesus in der Jetztzeit auf die Erde kommt und kurz vor der Apokalypse nach dem Rechten sieht, ist nicht neu: zum Beispiel “The Second Coming” von John Niven handelt davon. Und da ist der Film auch wirklich witzig und stimmt nachdenklich, wenn er mit Skinheads, Bettlern und Hippies interagiert, wenn Jesus im Fernsehen sieht, was in Afrika abgeht. Meine Vorstellung: Jesus bei Occupy, Jesus diskutiert mit Wachturm-Verkäufern – das hätte ich sehen wollen. Aber lieber hat sich Fitz entschieden, aus dem Film eine gewöhnliche RomCom zu basteln, die Heldin (Jessica Schwarz) ist so wie in jeder romantischen Komödie etwas schusselig, romantisch, planlos, erfolglos und natürlich sehr hübsch. Jesus verliebt sich in sie,weil sie aussieht wie Maria Magdalena – echt, das ist alles, was es braucht beim Erlöser? Für ganz so oberflächlich hätte ich ihn nicht gehalten. Die Romantik mit Seeblick ist so inszeniert, wie eben auch Bauer sucht Frau Romantik inszeniert, mit rührseligem Song dahinter und jedes Klischee bedient.

Um sie herum die üblichen Knallchargen, aus denen selbst tolle Schauspieler wie Hannelore Elsner oder Henry Hübchen nix mehr rausholen können. Ich hätte gerne mehr erfahren über die Liebesgeschichte zwischen Erzengel Gabriel und der Hippiebraut. Ich hätte auch gerne mehr gewußt vom Teufel, der eigentlich immer eine dankbare Rolle ist, aber hier irgendwie ziemlich planlos rumkommt.

Es gibt witzige Einfälle, immer mal wieder: Die Begegnung mit Gott, Bergpredigt in der Pizzeria, wenn der Film hauptsächlich so gelaufen wäre, das hätte mir gefallen. Da wurde ein tolles Thema total verschenkt zugunsten alberner Lovestory. Sehr schade. Aber es ist ja noch nicht das Ende aller Tage…

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Redet doch endlich mit uns!


Am vergangenen Mittwoch war mal wieder MedienMittwoch in Frankfurt. Und diesesmal war das Thema besonders spannend – vom Wert menschlicher Arbeit. Es ging um Motivation und Kreativität, um den demographischen Wandel und das, was uns alle wirklich antreibt. Von Lohn und Belohnung. Doch der Saal war vor allem da wie elektrisiert, als es darum ging, ob unser System überhaupt noch tragfähig ist.  Denn anstelle von Wischiwaschi gab es Klartext aus berufenem Munde: Besonders beeindruckt hat mich bei der Veranstaltung Professor Peter Wesner, der ein ungeschöntes und damit unschönes Bild der nahen Zukunft skizzierte: er war der Meinung, dass die Krise uns spätestens nach der kommenden Bundestagswahl im Griff hat. Und uns eine Inflation um die Ohren fliegt, die wir noch gar nicht abschätzen können. “Es war unser Fehler, den Banken zu erlauben, selbst Geld schöpfen zu können. Und es haben Leute, die gerade kein Geld haben, Geschäfte mit Leuten gemacht, die gerade keine Waren hatten. Diese Leergeschäfte waren Wetten auf die Zukunft – und die kommen uns alle teuer zu stehen.”, so Wesner.

Ich hoffe, er irrt sich. Was allerdings auffällt, dass auch immer mehr hochrangige Wirtschaftsspezialisten (wie auch Wesner einer ist) dieses düsteres Bild malen. Und das, während die Regierung beschwichtigt und alle auf den Euro und den ESM einschwört. Es gibt so viele Ungereimtheiten in der Krise: Erst mahnt z.B. Frau Lagarde, es ginge nur noch ganz wenige Monate, sonst wäre alles den Bach runter,  jetzt – dank dem Verfassungsgericht – hat es die Krise plötzlich gar nimmer so eilig. Was soll das – kann man die Krise aufhalten, indem man ihr einfach sagt, halt kurz still? Natürlich nicht. Das davor war Druck und Panikmache. Wieso? Wieso etwas so Elementares schneller durchpeitschen als ein Meldegesetz? (Fast)

Ich möchte von unserer Regierung etwas Großes: die Wahrheit. Ich will keine Schönfärberei, sondern hören: wie kann es im schlimmsten Fall ausgehen, wie im besten? Mir wäre sogar mit einem “ich hab auch keine Ahnung, was passieren wird, aber wir haben uns für die Bankenrettung entschieden, weil…”. Das wär doch mal was. Einfach sagen, was euch antreibt. So doof sind wir nicht, wir können das ab – ich mein, mit den Folgen müssen wir ja auch leben. Ich hab zwar keine Ahnung, wie der Weg aus der Krise führt, aber ich hätte gerne die Gewissheit, dass ihr wißt, was ihr tut. Das Mißtrauen ist derzeit extrem tief – wie berechtigt, vermag ich nicht zu sagen. Es gibt doch nur ein paar Gründe, uns nichts oder zu wenig zu sagen:

a) Ihr wißt es auch nicht

b) Die Wahrheit würde euch Wählerstimmen kosten

c) Ihr haltet uns für zu doof, das zu kapieren.

Nichts davon ist besonders gut im Umgang mit dem Souverän Volk. Bekannte von mir haben schon vermutet, dass der Polizei-Overkill bei Blockupy eigentlich eine Generalprobe war, um zu testen, wie’s geht, wenn tatsächlich die Molotowcocktails gegen die Bankentürme fliegen. Es ist schlimm, dass viele Bürger der eigenen Regierung so etwas zutrauen und derartig mißtrauen. Deswegen wäre Reden klasse. Jetzt, bevor es zu spät ist. Wir halten die Wahrheit aus. Besser, als ewige Hinhalterei bis zur kommenden Bundestagswahl und anschliessendem Börsencrash. Weil dann wird es ungemütlich.

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Die Frau auf der Schaukel


Gestern, bei einer Wanderung entlang des Main-Bogens ist sie gesessen. Eine alte Dame mit kurzen, weißen Haaren.  Ganz allein auf einem Kinderspielplatz auf der Schaukel. Leise schaukelnd, ihr Rollator stand daneben. Als ich sie grüßte, lächelte sie freundlich zurück. Danach hatte ich Tränen in den Augen. Ich hatte keine Ahnung, warum mich der Anblick so berührt hat. Vielleicht weil ein Kinderspielplatz immer etwas ist, was man mit Fröhlichkeit in Verbindung bringt, etwas, wo viele miteinander spielen. Und so war das Bild für mich der Ausbund an Einsamkeit.  Aber vielleicht bin auch nur sentimental…

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Mein erstes Interview auf RTL Hessen


Man ist zwar immer völlig entsetzt, wenn man die eigene Stimme zum ersten Mal hört, aber so isses eigentlich ganz cool geworden. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass andere Aussagen von mir auch noch genommen werden, aber das ist eben Fernsehen.  Ach ja, ganz vergessen zu erwähnen, worüber es ging: natürlich zum Thema Piraten

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Ist doch alles so einfach, oder…


Stimmungsbild von @InsideX mit mindestens 8 der 10 anwesenden weiblichen Piraten mit im Bild

Es ist wirklich interessant, auf einer Veranstaltung zu sein und parallel die Medienberichterstattung zu verfolgen. Dann weiß man, was Paralleluniversen sind. So erlebt auf dem Bundesparteitag der Piraten in Hessen. Die Presse (manche, aber nicht alle, ich will ja nicht die gleichen  Fehler machen) schildert  gerne ein wenig…vereinfacht… Eigentlich gibt es keine weiblichen Piraten (der Focus zählte zehn…). Außer zwei, davon läuft eine rum wie Prinzessin Leia und die andere hat Lackstiefel. Außerdem sind die Piraten gnadenlos für Drogen und dafür, dass keiner mehr arbeiten muss, weil er mit BGE richtig viel Kohle vom Staat geschenkt bekommt, die er dann verkiffen kann.

Dass dauernd Sprecher von “Delegierten” sprechen – geschenkt, das kennt man so von den anderen Parteien, da kann man schon mal vergessen, dass bei den Piraten jeder kommen darf.

Gerade das BGE ist ein gutes Beispiel dafür. So heißt es einfach: Die Piraten sind fürs BGE. Bedingungsloses Grundeinkommen. Nein, sind sie nicht. nicht so einfach jedenfalls. Es geht nur darum, dass gefordert wird, dass man sich mit dieser Idee intensiv auseinandersetzt. Was ist so falsch daran, zu fordern, dass das mal ernsthaft durchgerechnet wird? Und wenn es finanzierbar wäre, dass man drüber nachdenkt und alle abstimmen läßt, es einzuführen. Denn um nicht mehr und nicht weniger geht der Piratenantrag. Das Thema soll auf die politische Agenda, es soll geschaut werden, ob und wie es zu finanzieren ist.  Ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet, da gibt es Köpfe, die sich da seit Jahren mit beschäftigen, aber ich finde es gut, dass das Thema kein Nischendasein im Netz mehr führen soll, sondern breit diskutiert werden kann…

Auch bei den Drogen wird gern der Holzhammer herausgeholt. Passt ja so gut zum Verunglimpfen. Dabei wird eigentlich nur gefordert, der bislang gescheiterten Politik neue Wege entgegenzusetzen. Legalisieren, um Reglementieren zu können. Bessere Aufklärung in Schulen, klarere Erklärungen, was Drogen anrichten können. Drogenaufklärung in Schulen heißt nämlich nicht, wie es so mancher Redakteur es gerne dastellt, dass Piraten Schülern erklären wollen, wie man einen Joint baut. Das ist meilenweit weg.

So ist es bei vielen Themen. Ich bin sehr froh um viele Medien, die ein sehr differenzierte Bild zeichnen und die Piraten nicht nur ums Verrecken in die Ecke “salonsozialistische Internet- und Spaßpartei mit Frauenmangel” stecken wollen. Das funktioniert nicht mehr. Nach Offenbach schon gleich zweimal nicht mehr.

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Weihnachten goes Oktoberfest


Das Tollwood-Festival  ist eh schon auf der Theresienwiese, die Weihnachtsmärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, da fragt man sich eigentlich schon, warum noch kein findiger Eventmanager auf die Idee gekommen ist, das Weihnachtsfest ein wenig zünftiger, jugendlicher, partyiger zu machen. Dem verstaubten Brand Xmas ein cooles Makeover zu verpassen, wie es auf Werberdeutsch heißt. Und das kann in München (oder überall in Deutschland) nur eines heißen: Weihnachten goes Oktoberfest. Am besten, es gibt in den Xmas-Zelten eine Band (bei Tollwood vorhanden), oder auf dem Marienplatz eine offene Bühne. Diese Bands spielen dann in Nikolauskostümen besinnliche Kracher wie “Last Christmas” oder “Marie’s Boychild” als Blasmusikversion, ein findiger Entertainer wie Micki Krause kommt bestimmt schnell auf die Idee, da einen schlüpfrigen “XMashit” zu ersinnen, etwa “ich hab eine rote Zipfelmütze” oder “Wir machens im Stall”. Das wäre schon mal das Grobkonzept.
Aber da geht noch mehr, damit das ein richtiges Event wird: es muss das richtige Outfit her – eine Xmas-Tracht, vielleicht rote Lederhosen für Männer, wahlweise auch in Tannengrün, dazu die beliebten Samtwesterl. Die Frauen bekommen schicke Engelskostüme, oder Weihnachtsdirndl mit Rentieren bestickt oder amerikanisch aufgerüscht mit kleinen Zuckerstangen. Dazu Santa Claus Elfenhüte, rote Nerzpelzmützerl und Claudia Effenberg hat für jeden Xmas-Marketbesuch ein Extra-Outfit. Es gibt Promizelte, wo der Glühwein mit Champagner gemacht wird oder aus extrem teuren Bordeaux-Weinen.Es muss Türsteher vor den Buden geben und monatelange Wartezeiten, um in Zelten wie “Käfer’s Blasmusikranch”  sein XMas-Gickerl mit Maronisoß verzehren zu dürfen.

Promiköche mixen ihre eigene Gewürzwein-Mischung und haben einen “Schmankerlstand” auf dem Marienplatz, der von irgendeinem Lebensmittelkonzern gesponsert wird. In anderen Zelten wird der Glühwein Massweise ausgeschenkt oder in exotischen Geschmacksrichtungen wie Zimt -Kokos, Thai-Tea-Glühwein mit Grüntee-Milch oder als Bubbletea. Das da noch niemand drauf gekommen ist…

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Frankfurt Dublin Frankfurt, Tag 1: die Anreise


So, in der Woche nach meinem Urlaub in Irland gibt es es jetzt die Berichterstattung. Zum einen, weil ich im Urlaub echt was Besseres zu tun habe, als nachts im Hotelzimmer meine Berichte zu hacken, zum anderen, weil ich eigentlich nicht möchte, dass man genau weiß, wenn ich eine Woche nicht da bin. Dann kann man sich ja gleich “Beraube mich” an die Wohnzimmerscheibe kleben. Und zum dritten: meine Freundin Michi macht schöne Bilder, die sie erst nach der Reise hochlädt.

Ich bin am Tag der deutschen Einheit los, ich von Frankfurt, meine Freundin Michi von München aus. Tag 1 geht gut los: erst reisst mir der Reissverschluss meiner Tasche und ich muss umpacken, dann ist die S-Bahn-Anzeige im Eimer und man sieht nicht, ob und wann die S-Bahn fährt.

Aber der Flug mit Aer Lingus ist schön, pünktlich und problemlos, außerdem mit rund 100 Euro extrem billig. Das wird aber dann bei Avis wieder wettgemacht: ich hatte auf meine Kreditkarte einen Kleinwagen reserviert, aber ich habe keinen Führerschein. Den hat Michi. Die hat aber keine Kreditkarte. Und es gibt einen Wagen nur mit beidem zusammen auf eine Person ausgestellt. Blöd, ich weiß. Hätte ich mich früher informieren sollen. Aber mit ein bißchen Diskussion und einer Extraversicherungspauschale geht es natürlich doch.

In Dublin funktioniert meine EC-Karte erstmal nicht.  Das mit den Karten scheint  sich wie ein roter Faden durch diesen Tag zu ziehen. (Im Hotel weigert sich der Lift, meine Zimmerkarte zu akzeptieren) Das Wetter ist meist ganz unirisch sonnig und warm – auch Anfang Oktober. Und das soll für die ganze Reise so bleiben.

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Der deutsche Konsument – ein Jammer


Dieser Preis ist ein Armutszeugnis für den deutschen Verbraucher: Textildiscounter KIK wurde bei einer Befragung von 49.000 Konsumenten zum “Händler des Jahres 2011″ gewählt. Und zwar in der Kategorie “Herren-und Damenmode”.

“Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy, das rund 49.000 Verbraucher zu 24 Handelssegmenten und jeweils neun Einkaufsaspekten befragt hat. Der Textil-Discounter punktete vor allem in den Bereichen Preisniveau und Preis-/Leistungsverhältnis. Die Marktforscher von Q&A hatten neun Einkaufsaspekte abgefragt: Sortiment, Kundenfreundlichkeit/Personal, Preis-Leistungsverhältnis, Service, Angebote, Preisniveau, Atmosphäre, Innovation sowie Fachkundigkeit des Personals.” heißt es in der Pressemitteilung von KIK.

Das zeigt mal wieder, was der deutsche Verbraucher will. Qualität? Egal. Schlechte Arbeitsbedingungen? Egal. Modische Eleganz? Egal. Nachhaltigkeit? Egal. Beratung, Ambiente, Orginalität…egal, egal, egal…Hauptsache billig. Ich könnte schier durchdrehen – ich finde es entsetzlich, dass bei Kleidung sowie Lebensmitteln, zwei Themen, die uns jeden Tag direkt treffen, Qualität nicht zu zählen scheint. Wie kann es sein, dass viele Menschen hierzulande zwar ein Auto fahren, das weit über ihre Verhältnisse geht, dass sie Elektronik vom Allerfeinsten erwerben, aber da, wo es ums tägliche Wohlbefinden geht, da wird dann gespart. Ist es so schwer, darüber nachzudenken, was man mit diesem Kaufverhalten anrichtet? Wieso verkommen unsere Verbraucher zu teigigen GeizistGeil-Konsumenten, die ihre Fleischwurst-Wampen in die KIK-Leggings zwängen? Was läuft hier falsch?

Ja, ich weiß, ich rede mich leicht, ich kann es mir leisten, woanders zu kaufen. Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Aber ich bezweifle, dass all die 49.000 befragten Hartz IV-Empfänger waren.

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In der Küche bei Juan Amador


Ich bin manchmal so richtig dankbar, den Job zu haben, den ich habe – ansonsten käme ich kaum in den Himmel. Der Himmel ist in diesem Fall die Küche im 25 Stock des NEXT-Towers in Frankfurt und Gott ist nicht John Malkovitsch, sondern Juan Amador. Einem Koch-Kaliber wie diesem einmal beim Kochen über die Schulter blicken zu dürfen, ist kein kleiner Gefallen.

Und es ist eine Schau zu sehen, wie die fantastischen Kreationen aufgetürmt werden, die das Menue im Treehouse derzeit ausmachen. Interessanterweise werden die Köstlicheiten teilweise auf Campinkochern und simplen Kochplatten zubereitet, denn das Konzept des PopUp-Restaurants erlaubt natürlich keine gigantischen Kücheneinbauten. Natürlich gibt es zusätzlich exotische, aber unverzichtbare Geräte wie einen Sou-Vide-Kocher “Eigentlich nur ein sehr stylisher Tauchsieder” meine eine Köchin. In diesem Wasserbad werden eingeschweißt die Entenbrüste vom Hauptgang rosa und weich gegart, bevor sie mit einer Gewürzkruste überbacken serviert werden.Ich habe dazu nur Brot vermisst, die wunderbare Rotweinsauce aufzutunken (ein Faux-Pas, ich weiß, aber kann der Genuss von Essen ein Faux-Pas sein? Gut, den Teller ablecken mach ich nicht…)

Toll finde ich die Vorspeise, rohe Langostinos mit Apfelgelee und Speckkrusteln, Basilikum und tasmanischem Pfeffer. Das wird alles in eine kreisrunde Form gebracht, dazu quitschgrüne Apfeltupfen auf dem Tellerrand und überhäuft mit Apfelschaum. Da fehlt nur der Apfelwein… Hammer. Ebenso wie der Nachtisch, Safraneis mit Ananas und leicht warmem Creme Brulee-Schaum. Ich könnte mir das Menue super zu Weihnachten vorstellen, all die Gewürze, samtigen Texturen, all das zarte, wohlig-weiche Essen. Nur, dass ich das zu Hause niemals so hinbekäme.

Für 68 Euro ist das Ganze preiswert im besten Sinne – also sein Geld wert. Mehr Infos zur Reservierung etc hier

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