Mehr Gehalt und Parties für Politiker und Firmenbosse!!!

Es ist schon komisch, wie anfällig eigentlich reiche und mächtige Männer für Lob und ein bißchen Glamour sind. Ich hab ja mal in einer sehr großen deutschen Firma gearbeitet, da war klar zu erkennen, dass Sponsoring nicht nur nach objektiven Gründen vergeben wurde, sondern auch danach, dass sich führende Männer der Firma begeistert bei der Formel1 mit den Gridgirls haben fotografieren lassen. Es war immer ein bißchen peinlich. Aber die Kunden und Journalisten, die zu den Events eingeladen wurden, fanden das toll, die Manager fanden das toll. Ob die Gridgirls und Hostessen die Busengrabscher so toll gefunden haben, weiß ich nicht, es gehört wohl zur Jobbeschreibung.

Es war auch faszinierend, zu beobachten, dass auch Events mit deutschem Starpersonal für die grauen Herren der oberen Etagen immer etwas ganz besonderes hatten. Die standen dort verschüchtert rum, hielten sich verkrampft an ihren Champagnergläsern fest und die provinziell gestylten Gattinnen staunten den Soapstars nach. Aber sie gingen alle glücklich heim, sicher, für einen Abend mal das Licht gesehen zu haben.

Irgendwie musste ich an all diese Szenen wieder denken, als ich über die Geschichten rund um Bundespräsident Wulff gelesen habe. Da hatte ich auch das Gefühl, einer will auch mal ran ans Dolce Vita. Urlaub in schicken Feriendomizilen, mit Champagner, Jachten, einer neuen, schönen, blonden, jungen Frau. Hatte man sich nicht mühevoll in der grauen Partei hochgerabeitet, langweilige Politiksitzungen durchgestanden, damit man jetzt ein bißchen was abhaben kann vom echten Leben? Das steht einem doch zu, verdammt!  Hey, wenn man mir das anbietet. Es sind doch alles Freunde…der Carsten, der weiß doch, wie das läuft…Carsten Maschmeyer hat überall mitgemischt und ist selbst ein lupenreiner Vertreter dieses Typus. Mit einer neuen, blonden, schönen Schauspielerin liiert, hat er sich in die deutsche Society geschoben und wird von Blättern wie Bunte hofiert. In seiner Definition hat er es sicher geschafft.

Ich glaube gar nicht, dass da wirklich groß nachgedacht wird. Es geht darum, dass viele eine Belohnung erwarten für ihr Amt, ihre Bemühungen. Anerkennung, Spaß..insofern speisen sich die Sexparties für verdiente Mitarbeiter bei Versicherungen, Sponsoringbesuche bei internationalen Events oder Urlaubsreisen von Politikern letzlich aus dem gleichen Gefühlsbrei der meist männlichen Protagonisten: sie wollen irgendwann die Früchte ernten, die man sich verdient hat. Den Status als Alphamännchen unterstreichen. Dazugehören, geniessen.

Deswegen wäre es vielleicht sinnvoll, die Parteien würden ihren Politikern mehr Gehalt bezahlen, mehr Parties schmeissen, intern, damit sie gefeit sind vor den Verlockungen derer, die von ihren Verbindungen profitieren wollen. Da hatte das italienische Modell was für sich, Bunga Bunga. Aber selbst bezahlt.

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Warum ich gerne Pirat(in) bin

Es heißt ja, wenn man in einen neue Stadt zieht, sollte man am besten einem Verein beitreten. Das habe ich gemacht. Ich bin Pirat geworden. Oder Piratin, vielleicht sollte ich da tatsächlich ein bisserl mehr drauf achten. Es hat sich so ergeben, denn einige der ersten Menschen, die ich Frankfurt so kennengelernt habe, waren Piraten. Auf einem Twitter-Stammtisch namens Schnitzelffm habe ich meine erste „Heimat“ gefunden. Darunter viele ITler, Programmierer, Social Media Experten, etc etc…Nicht so ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ich als Social Media Berater enorm viel mit dem Netz zu tun habe. Die Leute waren spannend, nett, sehr kreativ – und dachten weit über den Tellerrand ihres Frankfurter Schnitzels hinaus. Das hat mir gefallen. Seit August bin ich nun Mitglied, noch vor der Berlinwahl.

Für mich bedeutet Pirat sein mehr eine Geisteshaltung denn eine wirklich 1000% politische Haltung. So sehe ich die Piraten nämlich: als Sammelbecken vieler kreativer Köpfe und Querdenker, als ein Konglomerat geballter Kreativität. Die Piraten sind keineswegs alles durchgehend Digital Natives. Klar, es wird keinen Piraten geben, der keinen Internetanschluss daheim hat oder der nicht gerne im Netz unterwegs wäre. Aber sie arbeiten bei Banken und bei Google. Bei Werbefirmen, Pharmaunternehmen, der evangelischen Kirche oder sogar bei der Gazprom. Sie sind Frührenter oder Studenten, Arbeitslose oder Manager, haben eigene Firmen oder sind angestellt. Alles Piraten. Jung und alt, männlich und doch ein ganzer Haufen Frauen. Was allen gemeinsam ist, ist Neugier und die Weigerung, sich mit hergebrachten Lösungen abzufinden. Es sind Leute, die davon überzeugt sind, dass die neuen Probleme und Anforderungen, die unsere Gesellschaft stellt, neue Lösungen und Antworten brauchen. Und dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, sie zu finden. Und ich habe selten so viele wunderbar schlaue Leute erlebt.

Das hab ich auf der OM11 bestätigt bekommen – ganz klar, ich hatte gefunden was ich gesucht hatte. So hab ich in Frankfurt nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch bei den Piraten! Und Freunde obendrein. Mir gefällt es, dass man auch sofort mitarbeiten kann, als PRler war ich hochwillkommen – da hätte ich bei der CSU Frauenunion aber noch lange Apfelkuchen bei den Kreistreffen backen müssen…(schließlich hab ich keinen Reichsfreiherrntitel vorzuweisen).

Natürlich geht es mir auch ums Netz, denn auch da bin ich daheim. Ich hab, wie so viele, immer mehr Vertrauen in die derzeitige Politik verloren – vor allem, weil ich mitbekam, das die derzeitigen Parteien keine Idee haben, wie sie mit den neuen Technologien, mit den neuen Möglichkeiten des Netzes umgehen sollten. Da wurde nur dumpf gemunkelt von Gefahren und Verboten, von Sperren und Kontrollen.

Statt seinen Bürgern zu zeigen, wie man das Netz nutzen kann, als Informationsquelle, als Möglichkeit des Austausches, der Hilfe, des Verbraucherschutzes, als Möglichkeit mit Firmen, Institutionen und – jawohl, Politikern in nahe, direkte Verbindung zu treten, wurde hier nur gewarnt, eingeschüchtert, verboten, gesperrt. Es ist das größte Demokratietool in unserer Gesellschaft. Und wird doch nur behandelt wie ein Hort des Bösen. Da haben Wiesbadener Politiker Angst vor Wählerfragen, die Innenminister wollen Daten vorab speichern und ihre Bürger mal eben unter Generalverdacht stellen. Dei Gema wendet die Massstäbe des analogen Rundfunks auf das Netz an… Das geht so nicht. Da kamen mir die Piraten gerade recht, genau für diese Dinge einzustehen. Wir sind gekommen um zu bleiben, gewöhnt euch an uns…

Auch wenn noch viel schief läuft, es gibt einige Spinner, Verschwörungstheoretiker oder Trolle in den Parteireihen. Es gibt immer wieder peinliche Ausfälle, die sich professionellere Parteien nicht leisten würden. Mich stört, dass viele Egoisten ihre eigenen Befindlichkeiten über alles andere stellen… Und postgender ist auch woanders. Aber das gehört wohl zu den Anfangsproblemen dazu…ich bin gerne Pirat.

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Frauenfeindlich oder Postgender? – Männermodel wirbt für BH

Klar, deutlicher kann man den Punkt nicht rüberbringen:  der BH zaubert zwei Körbchengrößen mehr hin, auch dort, wo vorher nix war. Eine holländische Unterwäsche-Marke namens HEMA hat Andrej Peijic verpflichtet. Wer das ist? Eine Art Transenmodel, das sowohl für Männer als auch Damenkollektionen läuft. Eigentlich eine coole Neuinterpretation von Geschlechterrollen, nicht Mann, nicht Frau – oder aber beides und beides sogar besonders toll.

Aber es gibt da doch so einen Punkt, der mich stört. Denn der schöne Andrej ist eigentlich die Frau 2.0, die sich Modemacher immer wünschen. Androgyn, ohne Busen, ohne Hüften, ohne Cellulitis. Perfekt geeigneter Kleiderständer. Nur eben keine Frau. Postgener und frauenfeindlich zugleich, weil eben kaum eine Frau so aussehen kann, wenn sie sich nicht völlig gegen ihre Natur wehrt und sich auf  die Knochen runterhungert. Deswegen wird aus der augenzwinkernden, ach so toleranten Wahl des Models ein sehr intoleranter Akt gegen die Frauenfigur.

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Einfach instinktlos: Guttenberg als Internetberater

Ich habe nix gegen Guttenberg. Ich fand sein behaarliches Leugnen albern, ich fand seine fehlende Einsicht für einen Politiker unangebracht, aber ich fand auch die Hetze gegen ihn übertrieben. Damals. Jetzt frage ich mich wirklich, wie instinktlos die derzeitige politische Klasse agiert. Denn jetzt wird Guttenberg mal so locker-flockig als Berater der EU hinzugezogen. Nicht bei einem seiner Kernthemen, nein. Es geht um Internetfreiheit.

Die EU steht in der Kritik, Guttenberg steht in der Kritik, wäre es da nicht besser, sensibler,  eine Politik zu präsentieren, die allein deswegen vernünftig ist, weil sie ausgewiesene Spezialisten als Berater einstellt?

Das Bild, das dieses Beratung zeichnet, ist fatal. Es scheint wurst zu sein, ob einer ein Spezialist auf einem Gebiet ist, es scheint wichtiger zu sein, einem Spezl einen Posten zuzuschanzen. Niemand will Heilige auf Politikerposten, aber es wäre schön, wenn man als Berater jemanden einstellt, der sich mit der Sache auskennt. Dann wäre mir auch der Ruf egal. Aber Guttenberg ist über die Freiheit des Internet gestolpert, er hat gehetzt gegen die, die ihm dort seine Fehler nachgewiesen haben. Klar, so gesehen kennt er sich nun aus…  Aber soll der, der hier diese Freiheit des Netzes verteufelt, nun anderen Ländern erklären, wie das funktioniert mit dem freien Netz? Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.

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Mein Weihnachtswunsch: Saubere Schokolade unterm Christbaum

Auf  der ARD etc sind viele Berichte gekommen, es berichtete Greenpeace darüber, aber geändert hat sich leider noch nichts: es gibt sichere Belege, dass die Schokolade, die wir alle so gerne essen, von Kindersklaven an der Elfenbeinküste geerntet wird, die unter unwürdigsten Bedingungen arbeiten müssen. Diese Kinder werden von Banden in den Nachbarländern entführt und auf den Plantagen gequält, ausgebeutet und mit Pastiziden verseucht. Die meisten sterben an den Folgen dieser Behandlung. Und alles für billigen Kakao. Unsere Weihnachtsmänner…Ein Produkt, das so hergestellt wird, möchte ich nicht essen. Schon gar nicht an Weihnachten.

Ich würde mir wünschen, dass die vielen Möglichkeiten des Netzes auch verstärkt dazu genutzt werden, die Ansprüche von uns Verbrauchern stärker durchzusetzen. Foodwatch bietet gute Vorlagen, aber das allein reicht nicht, ich will mich nicht drauf verlassen, dass immer nur die anderen für bessere Produkte kämpfen. Ich hab mittlerweile an alle großen Schokoladen-Hersteller geschrieben. Es gibt welche, die mir versichern, diese Art Schoklade kommt für sie nicht ins Produkt. Die Berichte von der Elfenbeinküste sagen was anderes – solange ich da nicht sicher sein kann, verlasse ich mich lieber aufs Fairtrade-Siegel…

Man soll den Unternehmen klar sagen, wenn einem ein Produkt „stinkt“, warum es einem stinkt und dass man es deswegen beim nächsten Einkauf links liegenläßt. Wenn das erstmal ein paar Tausend Verbraucher machen – da ist schnell was dran geändert. Wir haben alle Macht, wir sollten sie nutzen.

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Ist doch alles so einfach, oder…

Stimmungsbild von @InsideX mit mindestens 8 der 10 anwesenden weiblichen Piraten mit im Bild

Es ist wirklich interessant, auf einer Veranstaltung zu sein und parallel die Medienberichterstattung zu verfolgen. Dann weiß man, was Paralleluniversen sind. So erlebt auf dem Bundesparteitag der Piraten in Hessen. Die Presse (manche, aber nicht alle, ich will ja nicht die gleichen  Fehler machen) schildert  gerne ein wenig…vereinfacht… Eigentlich gibt es keine weiblichen Piraten (der Focus zählte zehn…). Außer zwei, davon läuft eine rum wie Prinzessin Leia und die andere hat Lackstiefel. Außerdem sind die Piraten gnadenlos für Drogen und dafür, dass keiner mehr arbeiten muss, weil er mit BGE richtig viel Kohle vom Staat geschenkt bekommt, die er dann verkiffen kann.

Dass dauernd Sprecher von „Delegierten“ sprechen – geschenkt, das kennt man so von den anderen Parteien, da kann man schon mal vergessen, dass bei den Piraten jeder kommen darf.

Gerade das BGE ist ein gutes Beispiel dafür. So heißt es einfach: Die Piraten sind fürs BGE. Bedingungsloses Grundeinkommen. Nein, sind sie nicht. nicht so einfach jedenfalls. Es geht nur darum, dass gefordert wird, dass man sich mit dieser Idee intensiv auseinandersetzt. Was ist so falsch daran, zu fordern, dass das mal ernsthaft durchgerechnet wird? Und wenn es finanzierbar wäre, dass man drüber nachdenkt und alle abstimmen läßt, es einzuführen. Denn um nicht mehr und nicht weniger geht der Piratenantrag. Das Thema soll auf die politische Agenda, es soll geschaut werden, ob und wie es zu finanzieren ist.  Ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet, da gibt es Köpfe, die sich da seit Jahren mit beschäftigen, aber ich finde es gut, dass das Thema kein Nischendasein im Netz mehr führen soll, sondern breit diskutiert werden kann…

Auch bei den Drogen wird gern der Holzhammer herausgeholt. Passt ja so gut zum Verunglimpfen. Dabei wird eigentlich nur gefordert, der bislang gescheiterten Politik neue Wege entgegenzusetzen. Legalisieren, um Reglementieren zu können. Bessere Aufklärung in Schulen, klarere Erklärungen, was Drogen anrichten können. Drogenaufklärung in Schulen heißt nämlich nicht, wie es so mancher Redakteur es gerne dastellt, dass Piraten Schülern erklären wollen, wie man einen Joint baut. Das ist meilenweit weg.

So ist es bei vielen Themen. Ich bin sehr froh um viele Medien, die ein sehr differenzierte Bild zeichnen und die Piraten nicht nur ums Verrecken in die Ecke „salonsozialistische Internet- und Spaßpartei mit Frauenmangel“ stecken wollen. Das funktioniert nicht mehr. Nach Offenbach schon gleich zweimal nicht mehr.

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Schuhbecks Gröstl Alm

Irgendwie ist es ermüdend, immer recht zu haben- jetzt, am Rosenheimer Weihnachtsmarkt gibt es die Schuhbecks Gröstl Alm. Als eigene Konkurrenz zum Macki? Natürlich mit Ingwerpunsch…

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Katharina Saalfrank – Opfer oder Täter?

Eigentlich eine gute Nachricht: eine der Protagonistinnen des Ekel-TV wirft hin. Zu viel geskriptete Realität, zu überinszeniert auf Kosten aller Beteiligten, vor allem der Kinder. Und macht lautstark auf diese Misstände aufmerksam.

Katharina Saalfrank, Supernanny, und Erfinderin der „Stillen Treppe“, hat gezeigt, dass sich Probleme in Problemfamilien auch ab und an durch Reden, Zuhören und ein bißchen mehr Empathie lösen lassen statt durch Schläge. Eigentlich ein gutes Konzept. Trotzdem hatte man als Zuschauer den Eindruck, wenn sich das so leicht lösen lässt, kann’s ja alles nicht so schlimm gewesen sein. Wie es nach dem Supernannybesuch in den Familien weiterging, erfuhr man ja nur selten. Außerdem erschien einem vieles gestellt. Schon lange.

Viele „eigentlich“ im Text. Das liegt daran, dass ich nicht glauben mag, dass erst jetzt die Skripte überhand genommen haben. Warum beschwert sich Frau Saalfrank erst so spät? Schon längst hatten sich Teilnehmer beschwert, ihnen wäre Text in den Mund gelegt worden, Szenen nachgestellt und inszeniert gewesen. Das hätte ihr doch schon längt auffallen müssen? Ist die Supernanny eine echte Idealistin, die wirklich geglaubt hat, sie könnte etwas Gutes tun und dem verschlingenden Moloch der geskripteten Realität echte Emotionen und echte Hilfestellung entgegensetzen? Das wäre eigentlich ein toller Gedanke, dass in dem Zirkus noch nicht alle total abgekocht wären…eigentlich….aber letztendlich konnte sich das moralische Gewissen doch nicht durchsetzen. RTL wird schon wen finden, der mit süßlichem Lächeln und Musikkitsch alles niedermodriert…

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Weihnachten goes Oktoberfest

Das Tollwood-Festival  ist eh schon auf der Theresienwiese, die Weihnachtsmärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, da fragt man sich eigentlich schon, warum noch kein findiger Eventmanager auf die Idee gekommen ist, das Weihnachtsfest ein wenig zünftiger, jugendlicher, partyiger zu machen. Dem verstaubten Brand Xmas ein cooles Makeover zu verpassen, wie es auf Werberdeutsch heißt. Und das kann in München (oder überall in Deutschland) nur eines heißen: Weihnachten goes Oktoberfest. Am besten, es gibt in den Xmas-Zelten eine Band (bei Tollwood vorhanden), oder auf dem Marienplatz eine offene Bühne. Diese Bands spielen dann in Nikolauskostümen besinnliche Kracher wie “Last Christmas” oder “Marie’s Boychild” als Blasmusikversion, ein findiger Entertainer wie Micki Krause kommt bestimmt schnell auf die Idee, da einen schlüpfrigen “XMashit” zu ersinnen, etwa “ich hab eine rote Zipfelmütze” oder „Wir machens im Stall“. Das wäre schon mal das Grobkonzept.
Aber da geht noch mehr, damit das ein richtiges Event wird: es muss das richtige Outfit her – eine Xmas-Tracht, vielleicht rote Lederhosen für Männer, wahlweise auch in Tannengrün, dazu die beliebten Samtwesterl. Die Frauen bekommen schicke Engelskostüme, oder Weihnachtsdirndl mit Rentieren bestickt oder amerikanisch aufgerüscht mit kleinen Zuckerstangen. Dazu Santa Claus Elfenhüte, rote Nerzpelzmützerl und Claudia Effenberg hat für jeden Xmas-Marketbesuch ein Extra-Outfit. Es gibt Promizelte, wo der Glühwein mit Champagner gemacht wird oder aus extrem teuren Bordeaux-Weinen.Es muss Türsteher vor den Buden geben und monatelange Wartezeiten, um in Zelten wie „Käfer’s Blasmusikranch“  sein XMas-Gickerl mit Maronisoß verzehren zu dürfen.

Promiköche mixen ihre eigene Gewürzwein-Mischung und haben einen “Schmankerlstand” auf dem Marienplatz, der von irgendeinem Lebensmittelkonzern gesponsert wird. In anderen Zelten wird der Glühwein Massweise ausgeschenkt oder in exotischen Geschmacksrichtungen wie Zimt -Kokos, Thai-Tea-Glühwein mit Grüntee-Milch oder als Bubbletea. Das da noch niemand drauf gekommen ist…

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Spezl-Wirtschaft mit Würstl und Kraut

Wir in Deutschland machen es uns gerne einfach. Ängstlich werden neue Lösungen gemieden. In jedem Bereich. Im Fernsehen spielen deswegen gefühlte 5 Schauspieler rotierend in allen Fersehsendungen mit, es gibt fünf Moderatoren, wenn einer was zum Internet erzählen soll, lädt man Sascha Lobo ein und wenn es um Sex geht Charlotte Roche. Das Leben ist einfach in den Medien, nimm wen Bekanntes, da weißt Du, wen Du kriegst.

So scheinen auch die Weber zu denken. Das beweist die Kooperation von McDonald’s mit Alfons Schuhbeck, der neben Lafer, Lichter und Mälzer immer herhalten muss, wenns ums Kochen geht. Schuhbeck ist momentan sehr umtriebig (siehe letztes Blogpost) und deswegen auch nicht im Mindesten ein Garant für das, was er verkörpern soll. Exklusivität und Qualität.

Das sieht er naturgemäß anders und so erklärt er der w&v:  „Das Unternehmen und ich haben nicht nur denselben hohen Anspruch an Qualität – wir wollen auch einfach zeigen, wie gut wir zusammen zünftiges Hüttenflair in die McDonald’s Restaurants bringen können.“ Der Gourmet-Ritterschlag für den Werbepartner., säuselt w&v…. Nein, denn der Qualitätsanspruch von Alfons Schuhbeck scheint bei der Wahl seiner Werbepartner denkbar klein zu sein: Wer erinnert sich noch an das Escoffier-Disaster, das Foodwatch abstrafte? Schuhbeck ist ein großartiger Koch – wieso gibt er seinen guten Namen für fragliches Machwerk her? Muss er immer noch die Schulden abtragen, weil er in dubiose Finanzgeschäfte verwickelt war?

Natürlich hat diese Koop mit McDonalds der Hoeneß eingetütet, der Schuhbeck ist ja auch der Lieblingskoch des FC Bayern und weil eine Hand gerne die andere wäscht wird der Spezl natürlich eingeladen, wenn es gilt, den Hoeneß-Würstl-Burger unters Volk zu bringen.

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